Die versteckten Folgen von Fettleibigkeit: Sieben von zehn Menschen mit Fettleibigkeit berichten von lebenslangen Auswirkungen – und die meisten geben sich selbst die Schuld.
Der Welttag der Fettleibigkeit 2026 markiert die Veröffentlichung von Erkenntnissen, die aufzeigen, wie Selbstvorwürfe, Wissenslücken und veraltete medizinische Ratschläge das Leben von Millionen von Menschen prägen – und einschränken.
Die von Ipsos durchgeführte, syndizierte globale Studie zur Wahrnehmung von Fettleibigkeit zeigt:
Die Last der Schuld: Obwohl die Weltgesundheitsorganisation Fettleibigkeit als chronische, wiederkehrende Krankheit einstuft, glauben zwei Drittel (66 %) – basierend auf einem Durchschnitt aus 14 Ländern –, dass ihr Zustand „durch persönliche Entscheidungen vermeidbar“ sei.
Ein aufschlussreicher Widerspruch: Fast zwei Drittel (63 %) glauben, dass „Diät und Bewegung allein Fettleibigkeit für die meisten Menschen lösen können“. Dennoch räumen sieben von zehn (71 %) ein, dass Fettleibigkeit „eine Erkrankung ist, die eine kontinuierliche Behandlung erfordert“ – was eine Diskrepanz zwischen intellektuellem Verständnis und verinnerlichter Überzeugung offenbart.
Eine chronische Krankheit, die immer noch als persönliches Versagen betrachtet wird: Obwohl mehr als acht von zehn (81 %) versucht hatten, abzunehmen oder dazu geraten bekommen hatten, hatte nur jeder Dritte (35 %) im vergangenen Jahr einen Arzt konsultiert. Ein ähnlich hoher Anteil (33 %) hatte eine Modediät ausprobiert.
Das Gesundheitswesen verstärkt überholte Narrative: Diejenigen, die kürzlich einen Arzt wegen ihres Gewichts konsultiert hatten, berichteten, dass sich die Empfehlungen typischerweise auf Änderungen des Lebensstils konzentrierten: gesünder essen (60%), mehr Sport treiben (60%) und kleinere Portionen essen (43%) – was das überholte Narrativ der persönlichen Willenskraft verstärkt.
Kritische Wissenslücken bezüglich der Gesundheitsrisiken: Das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und schwerwiegenden Gesundheitsproblemen ist begrenzt: Nur etwa die Hälfte der Befragten bringt Fettleibigkeit mit Typ-2-Diabetes (53 %) und Herzkrankheiten (52 %) in Verbindung, und nur 18 % mit bestimmten Krebsarten.
Ein versteckter Preis für den Alltag: Im Durchschnitt berichten mindestens sieben von zehn Befragten, dass sich ihr Gewicht negativ auf alle wichtigen Lebensbereiche auswirkt – darunter Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl (85 %), emotionales und mentales Wohlbefinden (83 %) sowie berufliche oder alltägliche Verpflichtungen (76 %).
Die lokale Betrachtung: Während diese Ergebnisse auf durchschnittlicher Ebene der 14 Länder einheitliche Muster widerspiegeln, zeigen sich auf nationaler Ebene deutliche Unterschiede – etwa in der Intensität der Selbstvorwürfe, den Hürden beim Zugang zur medizinischen Versorgung und dem Bewusstsein für Gesundheitsrisiken. Unseren vollständigen Bericht mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Ländern finden Sie hier.