Worries the World April 2026 - Austria
Worries the World April 2026 - Austria

Trübe Aussichten: Drei Viertel sehen Österreich aktuell auf dem falschen Weg. Sorge um Korruption und Kriege präsent wie nie.

Trübe Aussichten für Österreich: Die aktuelle „What Worries the World"-Umfrage zeigt, dass drei Viertel der Bevölkerung das Land auf dem falschen Weg sehen. Einwanderung (36%) führt erneut die Sorgenliste an, gefolgt von Inflation (33%) und dem Gesundheitswesen (30%). Auffällig: Die Sorge um Korruption und militärische Konflikte ist so präsent wie nie – beide Themen legten um jeweils 5 Prozentpunkte zu. 85% bewerten die wirtschaftliche Lage als schlecht.

Trotz Ölpreisschock und Wirtschaftskrise: Einwanderung abermals meistgenannte Sorge der Österreicher, vor Inflation und Gesundheitswesen. Kriminalität und Gewalt bleiben als Sorgenthema auf hohem Niveau stabil.

Wien, 06. Mai 2026 – Einwanderung, Inflation und der Zustand des Gesundheitswesens bereiten den Österreicher:innen laut den neuesten Ergebnissen der Ipsos-Umfrage „What Worries the World“ aktuell die größten Sorgen. Die im April 2026 durchgeführte, repräsentative Erhebung zeigt: Die Sorge um Einwanderung bleibt hoch (36%) und führt wieder die Liste der meistgenannten Sorgen der Bevölkerung an. Die Besorgnis über die Inflation (33%) sowie das Gesundheitswesen (30%) haben gegenüber der letzten Erhebung im November 2025 zwar abgenommen, zählen jedoch weiterhin zu den drei drängendsten Themen.

Im Rahmen von „What Worries the World“ befragt Ipsos regelmäßig in Österreich und 30 weiteren Ländern einen repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt zu den drei drängendsten Sorgen, mit denen man sich aktuell im eigenen Land konfrontiert sieht. „Die Sorgenlandschaft in Österreich wird derzeit von vier großen Themen dominiert“, erklärt Studienautor Alexander Zeh. „Neben Zuwanderung (36%) und der Teuerung (33%) bereiten vor allem die Gesundheitsversorgung (30%) und das Thema Kriminalität und Gewalt (28%) den Menschen erhebliches Kopfzerbrechen.“ Die Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit (21%) bildet das Schlusslicht der Top-5 der am häufigsten genannten Sorgen. Aufsteiger-Themen der letzten Monate sind die Sorge vor finanzieller oder politischer Korruption (19%) sowie vor militärischen Konflikten zwischen Staaten (16%). Beide Themen haben im letzten halben Jahr jeweils um 5 Prozentpunkte zugelegt. Auch das Thema Steuern (16%, +3 Prozentpunkte) besorgt in letzter Zeit wieder mehr Österreicher:innen. Das in der Vergangenheit intensiv diskutierte Thema Klimawandel (14%) spielt mittlerweile in der Sorgenagenda nur noch eine untergeordnete Rolle.

Sorgen

 

Einwanderung als Spitzenreiter der Sorgen

Einwanderung wird von den Österreicher:innen am häufigsten als eines der drei besorgniserregendsten Themen genannt (36%) – vor allem von Männern, wo der Anteil bei 41% liegt, und von der Bevölkerung ab 30 Jahren. Besonders die unkontrollierte Zuwanderung und die damit verbundenen Herausforderungen für die Gesellschaft und den Sozialstaat verunsichern hierzulande überdurchschnittlich viele Menschen. International sticht Österreich in dieser Sorge heraus, da nur im Vereinigten Königreich (41%) noch mehr Bürger:innen über das Thema Einwanderung besorgt sind als in Österreich. Die Sorge vor zunehmendem Extremismus liegt dagegen mit 13% nur auf Platz 11 der größten Sorgen der Österreicher:innen, hat aber im Vergleich zur Vorerhebung wieder zugenommen (zuvor Platz 13).

Kriminalität und Gewalt: Permanente Bedrohung oder übertriebene Angst?

Ebenso zählt die Sorge vor Kriminalität und Gewalt für über ein Viertel der Bevölkerung (28%) unverändert zu einer der Top-Sorgen (Platz 4). Die Furcht vor gewaltsamen Übergriffen ist tief im Bewusstsein der Bürger:innen verwurzelt und beeinträchtigt auch das subjektive Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum. Im internationalen Vergleich liegt die Sorge vor Kriminalität und Gewalt mit durchschnittlich 31% sogar auf dem zweiten Platz der meistgenannten Sorgen und ist damit präsenter als in Österreich.

Angesichts der Kriege im Nahen Osten ist der Anteil der Befragten, die in 30 Ländern einen militärischen Konflikt zwischen Nationen als Sorge nannten, im Vergleich zum Vormonat um 7 Prozentpunkte auf rund ein Fünftel (19%) gestiegen. Im Vergleich zu den USA (27%) sorgen sich lediglich 16% der Österreicher:innen vor militärischen Konflikten zwischen Staaten. Es ist nun allerdings unter den besorgniserregendsten Problemfeldern prominenter vertreten als Extremismus und der Klimawandel.

Gesundheitswesen unter Druck: Was bedeutet dies für die Österreicher:innen?

Abseits der Sicherheits- und Migrationsthemen zeigt die „What Worries the World“ Erhebung, dass die Angst vor Verschlechterungen im Gesundheitswesen (30%) sowie vor Armut und sozialer Ungleichheit (21%) die Österreicher:innen stark beschäftigt. Steigende Lebenshaltungskosten und die leicht gestiegene Inflation verstärken diesen Trend. Die Besorgnis um das Gesundheitswesen bleibt innerhalb der Top 3 Sorgen und damit höchstrelevant – insbesondere bei älteren Menschen im Land (46% bei über 65-Jährigen). Lange Wartezeiten auf Arzttermine und die Angst vor einer Überlastung des Gesundheitssystems sind weiterhin Themen, die viele Menschen bewegen. Besonders Niederösterreicher:innen (42%) und die nicht erwerbstätige Bevölkerungsgruppe (38%) sorgt sich hier signifikant stärker als der Rest von Österreich. Während der Klimawandel (14%) wieder zu den Top 10 Sorgen der Österreicher:innen zählt, ist der moralische Verfall der Gesellschaft wieder deutlich in den Hintergrund gerückt und liegt mit 11% aktuell auf Platz 13. Auch die Sorge vor Arbeitslosigkeit (13%) nimmt in der österreichischen Bevölkerung leicht ab und rangiert damit nur mehr auf Platz 12 unter den größten Sorgen (zuvor Platz 6). Mit 31% ist die Besorgnis darüber unter den Vorarlberger:innen am höchsten. International betrachtet sorgt sich wie auch über Armut und soziale Ungleichheit (28%) mehr als ein Viertel der Bevölkerung (28%) über Arbeitslosigkeit.

Wirtschaftliche Lage und Entwicklung

 

Österreich in der Krise: Fast drei Viertel sehen das Land auf dem falschen Weg

Die „What Worries the World“ Umfrage belegt auch, dass die Österreicher:innen die aktuelle wirtschaftliche Lage in Österreich überwiegend als schlecht bezeichnen (85%) und damit noch schlechter als im November des Vorjahres (79%). Ein gutes Viertel (26%) der Bevölkerung stuft die Lage als sehr schlecht ein, 59% als eher schlecht – quer durch alle Bevölkerungsgruppen. Die Stimmung in Österreich kann auch im internationalen Vergleich als herausragend schlecht bezeichnet werden, denn in den 30 internationalen Vergleichsländern der Studie stufen durchschnittlich nur 64% die wirtschaftliche Lage des jeweiligen eigenen Landes als schlecht ein.

Die Zukunftsaussichten der Bevölkerung sind ebenfalls nicht positiv: Knapp drei Viertel (74%) meinen, dass Österreich sich als Land auf einem falschen Weg befindet. Im Vergleich dazu sehen durchschnittlich 62% der Bevölkerung in den weiteren 30 Ländern das eigene Land auf einem falschen Weg, was ebenfalls deutlich unter dem österreichischen Wert liegt. Besonders skeptisch sind in der heimischen Bevölkerung aktuell Frauen (78%) und Österreicher:innen mit niedriger Bildung (80%). Lediglich Akademiker:innen zeigen sich erneut etwas optimistischer: Beinahe die Hälfte (47%) sind hier der Ansicht, Österreich sei trotz allem immer noch auf dem richtigen Weg.

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