Studie zum Weltflüchtlingstag 2025

Eine neue Umfrage von Ipsos, die zum Weltflüchtlingstag veröffentlicht wurde, unterstreicht die Stärke der öffentlichen Unterstützung für Flüchtlinge, offenbart aber auch erhebliche Probleme, die angegangen werden müssen.

Die diesjährige Umfrage kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Wir erleben, wie mehr Menschen als je zuvor aus ihrer Heimat vertrieben werden, während Flüchtlingshilfsorganisationen gleichzeitig mit drastischen Budgetkürzungen konfrontiert sind. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) wurden bis Ende April 2025 weltweit 122 Millionen Menschen gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben. Darunter sind 42,7 Millionen Flüchtlinge, von denen beachtliche 73 % in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen untergebracht sind. Dies verdeutlicht den unverhältnismäßigen Druck, dem diese Länder ausgesetzt sind.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Umfrage 2025 gehören:

  • Mehrheit unterstützt weiterhin das Recht auf Zuflucht: Trotz globaler Herausforderungen befürwortet eine deutliche Mehrheit (67 %) weiterhin die Gewährung von Zuflucht für Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen. Besonders stark ist die Unterstützung in Ländern wie Schweden, Argentinien und den Niederlanden.
  • Bedenken hinsichtlich der Motive und der Integration bestehen weiterhin: Ein erheblicher Prozentsatz (62 %) glaubt, dass viele Asylsuchende in erster Linie Wirtschaftsmigranten sind, was zu Bedenken hinsichtlich der Grenzsicherheit führt. Diese Wahrnehmung schürt Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit der Flüchtlinge, sich zu integrieren und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.
  • Wohlhabendere Länder erwarten verstärkte Unterstützung: Eine Mehrheit (62 %) ist der Ansicht, wohlhabendere Länder hätten eine moralische Verpflichtung, Flüchtlinge finanziell zu unterstützen. Die Öffentlichkeit wünscht sich am meisten höhere finanzielle Beiträge von internationalen Organisationen (z. B. UN und Weltbank) (39 %) – während die Hilfe für die UN drastisch gekürzt wird – und von Regierungen anderer wohlhabenderer Länder (30 %). In einigen Ländern wie den USA, Irland, Schweden, den Niederlanden und Australien wünschen sich die Bürger mehr Engagement ihrer Regierungen.
  • Rückgang des persönlichen Engagements: Während das Mitgefühl weiterhin relativ hoch ist, ist die aktive Unterstützung durch Spenden oder Social-Media-Engagement von 38 % im Jahr 2024 auf 29 % in diesem Jahr zurückgegangen. Dieser Rückgang ist möglicherweise auf veränderte öffentliche Prioritäten, insbesondere wirtschaftliche Bedenken, zurückzuführen.
Ipsos Globale Einstellungen gegenüber Flüchtlingen: Auf einen Blick


Trinh Tu, MD, Public Affairs, Ipsos in Großbritannien, kommentiert die Ergebnisse wie folgt:

Diese Umfrage bestätigt das anhaltende Engagement der Öffentlichkeit für die Bereitstellung von Schutzräumen, was ermutigend ist. Unsere Daten zeigen zudem, dass es dringend notwendig ist, die anhaltenden Bedenken der Öffentlichkeit hinsichtlich der Motivation und Integration von Asylsuchenden auszuräumen. Eine ausgewogenere Darstellung, die die Vielfalt der Ansichten und Erfahrungen sowohl von Flüchtlingen als auch der Öffentlichkeit berücksichtigt, würde dies erheblich unterstützen. Dies ist die treibende Kraft hinter der jährlichen globalen Umfrage von Ipsos zum Weltflüchtlingstag – Daten zu liefern, die konstruktive Diskussionen und Lösungen ermöglichen, die sowohl Flüchtlingen als auch der lokalen Gemeinschaft zugutekommen.

Dominique Hyde, UNHCR-Direktor für Außenbeziehungen :

Es besteht eine klare Diskrepanz zwischen Mitgefühl und Handeln. Die Öffentlichkeit glaubt nach wie vor an das Recht auf Sicherheit und wünscht sich von wohlhabenden Nationen mehr Engagement, doch die wirtschaftliche Lage und das globale politische Klima untergraben die individuelle Unterstützung. Der Bedarf ist größer denn je. Ohne eine gemeinsame Anstrengung von Regierungen, Organisationen, Privatwirtschaft und Öffentlichkeit, Lösungen und Hoffnung für die Flüchtlinge zu schaffen, wird das humanitäre System verkümmern.

Über die Umfrage
Diese in 29 Ländern durchgeführte Studie ist Teil des Engagements von Ipsos, die öffentliche Einstellung gegenüber Flüchtlingen weltweit besser zu verstehen. Sie wird seit 2017 jährlich durchgeführt und unterstreicht weiterhin, wie wichtig es ist, die unterschiedlichen Einstellungen der Bevölkerung zu verstehen, um wirksame Lösungen und Unterstützung für Flüchtlinge weltweit zu finden.

Die diesjährige Umfrage fand zwischen dem 25. April und dem 9. Mai 2025 statt. Ipsos befragte insgesamt 22.734 Erwachsene in diesen Ländern: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Indien, Indonesien, Irland, Italien, Japan, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Polen, Spanien, USA, Singapur, Südafrika, Südkorea, Schweden, Thailand und Türkei.

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