Earth Day 2023: Bevölkerung zum Kampf gegen den Klimawandel bereit

Kleine Verhaltensänderungen im Alltag werden von Bevölkerung akzeptiert, finanzielle Mehrbelastungen strikt abgelehnt.

Laut einer internationalen Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos zum Earth Day 2023 findet nur gut jede/r sechste Österreicher/in (15%), dass die Bundesregierung einen klaren Plan für die Zusammenarbeit von Regierung, Unternehmen und der Bevölkerung im Kampf gegen den Klimawandel verfolgt. Dabei sehen die Österreicherinnen und Österreicher tatsächlich alle beteiligten Parteien fast gleichermaßen in der Pflicht, jetzt zu handeln, um zukünftige Generationen nicht im Stich zu lassen: Unternehmen 51%, Regierung 53% und Bevölkerung 55%.Entsprechend sind 65 Prozent der Österreicher/innen davon überzeugt, dass selbst kleine Änderungen im Alltag eines jeden einen großen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten können.

 

Finanzielle Mehrbelastungen werden abgelehnt, Bereitschaft zu Maßnahmen jedenfalls gegeben!

Um den Klimawandel zu bekämpfen wären 16 Prozent der österreichischen Bevölkerung bereit, mehr Steuern zu zahlen (Deutschland: 28%). Ganze zwei Drittel der Befragten (66%) stehen einer solchen Maßnahme ablehnend gegenüber. Knapp 6 von 10 (59%) sagen im Umkehrschluss, dass finanzielle Anreize, wie etwa eine Steuersenkung, sie dazu ermutigen würden, umweltfreundlichere Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Zusätzlich stimmen drei Viertel der Menschen in Österreich der Aussage „Wenn jeder kleine Veränderungen in seinem Alltag vornehmen würde, könnte dies große Auswirkungen im Kampf gegen den Klimawandel haben“ zu. Auch die aktuell schwierige Wirtschaftslage ist nur für ein Drittel (34%) ein Grund, um aktuell nicht in Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu investieren. Bereits mehr als die Hälfte (55%) teilt die Meinung, dass jede/r Einzelne jetzt handeln muss, um den Klimawandel zu bekämpfen, da sonst die künftigen Generationen im Stich gelassen werden.

Karoline Hilger-Bartosch, Country Managerin Ipsos Österreich stellt fest: „Es ist bemerkenswert, dass die Bürger/innen in der DACH-Region weniger davon überzeugt davon sind handeln zu müssen als die Menschen in den Ländern Lateinamerikas oder Südafrika“. Regierungen und Unternehmen sind aus Sicht der Bevölkerung gleichermaßen gefordert, wenn es um das Bereitstellen von Informationen geht: 42 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wünschen sich einen einfacheren Zugang zu Tipps und Maßnahmen, die sie selbst tagtäglich im Kampf gegen den Klimawandel umsetzen können.

PM Earth Day Österreich Chart

Wirksamkeit von Recycling und Verpackungsreduzierung wird überschätzt.

Studienautor Alexander Zeh berichtet: „Die Umfrageergebnisse zeigen außerdem, wie wichtig Aufklärung ist, denn weltweit neigen Menschen dazu, einigen Klimaschutzmaßnahmen eine weitaus größere Wirkung auf die Emissionsreduzierung zuzuschreiben, als sie tatsächlich haben.“ So sind auch in Österreich mehr als 4 von 10 (42%) immer noch der Meinung, der Einsatz von weniger Verpackungsmaterial sei am wirkungsvollsten im Kampf gegen den Klimawandel. Mehr als jede/r Vierte (30%) meint, dass Recycling ein wichtiger Faktor sei, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Dabei liegen beide Maßnahmen laut einer wissenschaftlichen Studie* nur auf Platz 38 bzw. 60 der Wirksamkeitsrangliste. 34 Prozent nehmen inzwischen richtigerweise an, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien eine große Wirkung bei der Bekämpfung des Klimawandels hat. Dieser Faktor liegt im wissenschaftlichen Ranking tatsächlich auf Platz 4.

Das wirksamste Mittel zur Reduzierung von CO2-Emissionen, der Verzicht auf ein Auto, zählen dagegen nur 8 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher zu den effizientesten Klimaschutzmaßnahmen.

Wer führt das Feld an?

Die Bürger/innen der meisten befragten Länder sehen das eigene Land nicht als führend bei der Bekämpfung des Klimawandels. Im weltweiten Durchschnitt vertritt nur ein knappes Drittel (31%) diese Ansicht, wobei die höchsten Anteile in Indien (71%) und Malaysia (51%) zu verzeichnen sind. In Österreich sind es wie im globalen Schnitt 31%. Es besteht Einigkeit darüber, dass die Länder mehr zur Bekämpfung des Klimawandels tun sollten (im weltweiten Durchschnitt stimmen 66% dieser Ansicht zu, in Österreich sogar 78%) und dass die größere Last jenen Ländern aufgebürdet werden sollte, die in der Vergangenheit mehr zum Klimawandel beigetragen haben (62% weltweit, in Österreich sogar 74%), bzw. jenen Ländern, die derzeit wirtschaftlich weiter entwickelt sind (70% weltweit, 78% in Österreich). Allerdings sind sich die Bürgerinnen und Bürger in allen 30 Länder einig (im Durchschnitt 75%, in Österreich sogar 83%), dass wir den Klimawandel nur dann vollständig bekämpfen können, wenn alle Länder zusammenarbeiten.

Autor (en)

  • Pippa Bailey
    Climate Change & Sustainability Practice, UK

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