Jede:r dritte Österreicher:in bereits jetzt in schlechter finanzieller Lage.

83% der Bevölkerung sehen aktuellen Lebensstil durch die steigenden Preise gefährdet.

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Die sich immer schneller drehende Preisspirale und die unsichere Wirtschaftslage machen den Österreicher:innen zu schaffen. Steigende Lebenserhaltungskosten auf Grund der hochschnellenden Energiepreise lassen die Mehrheit der Bevölkerung pessimistisch in die nahe Zukunft blicken: 56% erwarten eine wirtschaftliche Abschwächung über die Wintermonate, so die Ergebnisse einer aktuellen Erhebung von Ipsos in Österreich.

Nur 20% aller Befragten einer repräsentativen Studie von Ipsos beurteilen die aktuelle Wirtschaftslage im Land als „sehr gut“ oder „gut“. Auch die eigene finanzielle Situation wird kaum besser eingeschätzt: 29% würden diese als „gut“ oder „sehr gut“ bezeichnen, ebenso viele allerdings auch bereits jetzt als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Angesichts der angespannten Wirtschaftslage und der Unsicherheit bezüglich der Weiterentwicklung des Ukraine-Konflikts und der Energieversorgung ist bei einer Mehrheit auch die Erwartungshaltung für die nächsten 6 Monate pessimistisch: 56% erwarten im Frühjahr eine schwächere Wirtschaftslage, und auch privat befürchten rund 38% eine Verschlechterung der persönlichen finanziellen Situation über den Winter.

Grafik Wirtschaftslage

Einen wesentlichen Grund für diesen Pessimismus stellt die bedrohliche Inflationsentwicklung dar. Laut aktueller Schätzung der Statistik Austria stiegen die Preise zuletzt so stark, wie seit über 50 Jahren nicht mehr. Die aktuellen Ergebnisse unserer Studie bestätigen, dass diese Entwicklung auch im Alltag so wahrgenommen wird: In allen wesentlichen Konsumbereichen berichten die Befragten fast ausschließlich über gestiegene Preise. 8 von 10 Befragten haben in den letzten sechs Monaten Preissteigerungen bei Lebensmitteln und in Drogerien wahrgenommen, die Teuerungen wurden aber vor allem bei Treibstoffpreisen (72%), Strompreisen (64%) und Heizkosten (58%) als sehr hoch empfunden.

Grafik Teuerungen

„Bereits 38% der Österreicher:innen befürchten, dass sie sich bald die Lebenserhaltungskosten nicht mehr leisten können. Eine Situation, die früher oder später zu enormen sozialen Spannungen führen kann“ gibt Karoline Hilger-Bartosch, Country Manager bei Ipsos Österreich zu bedenken.

Auch die vermeintlichen Hauptfaktoren für die Preissteigerungen der letzten Monate haben die Österreicher:innen bereits ausgemacht: Neben den gestiegenen Energiepreisen, denen knapp zwei Drittel der Bevölkerung die Schuld am aktuellen Preisschub geben, werden auch der Krieg in der Ukraine (58%) und die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie (40%) besonders häufig als Gründe genannt. Bereits an vierter Position wird aber auch der vermeintlichen Gewinnoptimierung von Handel und Produzenten (30%) eine Mitschuld an der aktuellen Inflationsentwicklung gegeben, gefolgt von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (25%).

„Als Konsequenz der aktuellen Situation befürchten nunmehr bereits drei Viertel der Bevölkerung, dass die Auswirkungen der Inflation ihr Leben in naher Zukunft stark beeinflussen werden“, kommentiert Alexander Zeh, Director for New Business bei Ipsos Österreich die Ergebnisse. Eine notwendige Einschränkung des bisher gewohnten Lebensstils steht daher für 83% der Befragten außer Zweifel.

Grafik Inflationstreiber

Wie werden die Österreicherinnen und Österreicher auf die beispiellose Teuerungswelle reagieren? Als beliebteste Strategie, um gegen die Teuerung im Alltag anzukämpfen, wird die verstärkte Nutzung von Rabatten und Sonderangeboten genannt (63%). Gleich darauf folgt auch die zuletzt von der Regierung verstärkt beworbene Forderung Energie zu sparen und weniger zu heizen (61%). Das Bewusstsein über die Notwendigkeit dieser Maßnahme ist in der Bevölkerung in den letzten Monaten bereits deutlich gestiegen (April 2022: 45%).

Auf den weiteren Plätzen folgen der vorläufige Verzicht auf nicht notwendige Anschaffungen (56%), sowie der allgemeine Vorsatz weniger auszugeben und mehr zu sparen (52%). Nicht nur Strategien, die die Ausgaben beschränken, standen zur Auswahl, sondern auch Möglichkeiten, um das eigene Einkommen zu verbessern: Immerhin 18% der unselbstständig Beschäftigten ziehen mittlerweile die Möglichkeit in Betracht, sich durch Mehrarbeit und Überstunden eine bessere finanzielle Basis zu schaffen. 15% der Beschäftigten sehen sich genötigt, demnächst eine Gehaltserhöhung zu verlangen. Ebenso viele überlegen, sich um Beihilfen und Förderungen der öffentlichen Hand zu bewerben.

Vor dem Hintergrund dieser eher pessimistischen Lageeinschätzung, und angesichts der aktuell laufenden Herbstlohnrunde, hat sich Ipsos daher auch mit der Zufriedenheit der Österreicher:innen mit ihrem Einkommen beschäftigt. 8% der Berufstätigen gaben in der aktuellen Befragung an, mit ihrem Lohn bzw. Gehalt sehr zufrieden zu sein, weitere 51% sind zumindest eher zufrieden. 28% hingegen sind bereits jetzt eher unzufrieden, jede:r Zehnte ist gar nicht zufrieden mit dem aktuellen Einkommen. Ein großer Teil der Arbeitnehmer:innen in Österreich beobachtet daher gespannt den Verlauf der Kollektivvertragsverhandlungen, denn knapp 60% der unselbstständig Beschäftigten geben an, dass ihre Lohn- und Gehaltsentwicklung (auch) von den Ergebnissen der aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen abhängt.

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Für weitere Information zur Eigenstudie von Ipsos über Wirtschaft, Inflation und Einkommen in Österreich kontaktieren Sie bitte:

Mag. Alexander Zeh
Director New Business AT+CE
Tel.: +43 (0) 664 831 77 99
[email protected]

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