Immobilien und Edelmetall attraktivste Investments der Österreicher:innen.

Rund um den Weltspartag hat sich Ipsos Österreich in einer repräsentativen Studie mit der Frage beschäftigt, welche Anlageformen die Österreicher:innen aktuell als besonders attraktiv einschätzen. Die Ergebnisse zeigen, wo Rekordinflation, Zinsanstieg und turbulente Finanzmärkte in den letzten Monaten zu einem Umdenken geführt haben.

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  • Alexander Zeh New Business Manager
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Das sind die beliebtesten Spar- und Anlageformen der Österreicher:innen

Die Krisen der letzten Monate haben auch vor den Finanzmärkten nicht Halt gemacht und das Vertrauen der Anleger in ihre Kapitalinvestitionen auf die Probe gestellt. Vor diesem Hintergrund hat Ipsos erhoben, welche Anlagekategorien in der aktuellen Situation bei der österreichischen Bevölkerung besonders hoch im Kurs stehen.

Die Klassiker der Geldanlage – Immobilien, also Investitionen in Eigentumswohnungen, -häuser oder Grundstücke – zählen weiterhin zu den attraktivsten Anlagekategorien der Österreicher:innen. Im Vergleich mit einer früheren Ipsos-Erhebung im Mai 2022 verloren Immobilieninvestments zuletzt allerdings an Zuspruch, was unter anderem den gestiegenen Refinanzierungskosten (Zinssätzen für Immobilienkredite) geschuldet ist. „Die Zinswende der Europäischen Zentralbank macht sich bereits deutlich durch schlechtere Kreditkonditionen für Häuslbauer und Immobilienanleger bemerkbar. Als Geldanlage sind Immobilien zudem auch auf Grund der hohen Inflationsrate nicht mehr so rentabel. Trotzdem geht die Beliebtheit von Immobilien in der österreichischen Bevölkerung nicht wesentlich zurück.“ so Ipsos Finanzmarktexperte Alexander Zeh.

Deutlich an Attraktivität verloren haben zuletzt Anlagen in Gold und andere Edelmetalle, deren Preise im Zuge der Wirtschaftskrise an den Handelsplätzen stark nachgelassen haben. Noch bezeichnet mehr als jede:r dritte Befragte (36%) Gold als interessante Wertanlage, dessen Glanz scheint jedoch aktuell zu verblassen (-9 Prozentpunkte gegenüber Mai 2022). Als Folge der deutlichen Kursverluste an den Börsen entwickelte sich das Interesse an Aktien ähnlich negativ. Kryptowährungen, die in den letzten Jahren als vermeintliche Anlageform der Zukunft wiederkehrende Hypes erlebt haben, sind in den letzten Monaten ebenso unter Druck geraten. Auch hier zeigt sich ein Rückgang des Interesses, nur noch jede:r Zehnte findet diese als Anlagemöglichkeit attraktiv (-4 Prozentpunkte).

Eine Renaissance erleben hingegen klassische Sparprodukte wie das Sparbuch (21%) oder Online-Sparkonto (25%). Besonders das Online-Sparen erfreut sich dank steigender Zinsen eines zuletzt wieder gestiegenen Zuspruchs (+5 Prozentpunkte). „Jahrelange Nullzinsen haben die Attraktivität des Sparbuchs lange belastet. Nun aber steigt das Interesse im Windschatten der schwachen Börsenentwicklung und auf Grund der Skepsis gegenüber anderen Anlagekategorien wieder.“ kommentiert Zeh den Aufschwung des Sparens.

Tabelle Anlageinteresse

 

Auswahlkriterien bei der Geldanlage

Als ausschlaggebende Gründe bei der Wahl der persönlichen Anlagestrategie nennen die Österreicher:innen am häufigsten Sicherheit und ein geringes Anlagerisiko (53%). Erst danach folgen ein guter Ertrag bzw. eine attraktive Verzinsung (44%), oder der Werterhalt des eingesetzten Kapitals gegenüber der Inflation (39%). Nachhaltigkeitsüberlegungen spielen bei der Auswahl der Kapitalanlage nur für jede:n Fünfte:n (19%) eine Rolle. Hier sind jüngere Sparer und Anleger deutlich aufgeschlossener als Ältere. Bei diesen steht eine kurzfristige Verfügbarkeit des Anlagevermögens mit 46% an zweiter Stelle der Prioritätenliste, während der Ertrag, den eine Investition abwirft (35%), in höherem Alter nur noch eine geringe Relevanz bei der Anlageentscheidung hat.

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  • Alexander Zeh New Business Manager

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