Schweizer: innen signalisieren eine geringere Dringlichkeit bei der Klimawandelbekämpfung als ihre Nachbarn
Die Studie befasst sich mit den Wahrnehmungen der Risiken, die die Klimakrise mit sich bringt, und wirft ein Licht darauf, wo die Verantwortung für stärkeres Handeln liegt. Mehr als 23’000 Menschen in 32 Ländern, darunter auch 500 in der Schweiz, wurden im Rahmen der Studie befragt.
Ipsos,eines der weltweit führenden Marktforschungsunternehmen, gibt die Erkenntnisse einer neuen, 32 Länder umfassenden Studie anlässlich des Earth Day bekannt. Einige der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Ipsos-Bericht «People and Climate Change» (Mensch und Klimawandel) sind:
Key Findings:
- Langfristige Trends zeigen, dass weniger Menschen individuelles Handeln für nötig halten.
- Die Hälfte der Schweizer:innen (54 %) ist der Meinung, dass es zu Lasten künftiger Generationen geht, wenn wir als Einzelne jetzt nicht handeln. Bei den Deutschen fallen diese Bedenken ähnlich aus (53 %), während sie in Frankreich (63 %) und Italien (64 %) stärker ausgeprägt sind. Langfristig ist der Anteil derjenigen, die dieser Aussage zustimmen, seit 2021 in allen untersuchten Ländern zurückgegangen, in der Schweiz sogar um 10 Prozentpunkte.
- Während die Sorge um die Auswirkungen des Klimawandels in den meisten Teilen der Welt steigt, ist in der Schweiz ein abweichender Trend zu beobachten. Im Jahr 2022 waren noch 58 % der Schweizer:innen über die Auswirkungen des Klimawandels besorgt; inzwischen ist dieser Anteil um 5 Prozentpunkte zurückgegangen und stellt damit die niedrigste Quote aus allen untersuchten Ländern dar (Deutschland: 62 %, Frankreich: 75 %, Italien: 76 %, globaler Durchschnitt: 74 %).
- Die Meinungen darüber, ob das eigene Land mehr tun sollte, gehen auseinander.
- 43 % der Schweizer Bevölkerung sind der Meinung, dass die Schweiz mehr im Kampf gegen den Klimawandel tun sollte; diese Ansicht wird auch von den Deutschen geteilt (41 %), jedoch zu einem deutlich geringeren Anteil verglichen mit dem globalen Durchschnitt (62 %) und Nachbarländern wie Frankreich (53 %) und Italien (64 %).
- Demgegenüber findet ein Drittel der Schweizer:innen (33 %), dass sie im Kampf gegen den Klimawandel zu viele Opfer bringen; in Deutschland (29 %) und Italien (32 %) fällt dieser Anteil ähnlich aus, vergleichsweise niedriger als in Frankreich (38 %).
- Weltweit sind nur sehr wenige Bürger:innen davon überzeugt, dass ihr Land «beim Kampf gegen den Klimawandel global führend» ist. Dies spiegelt sich auch in der Schweiz wider, wo nur 26 % der Befragten dieser Aussage zustimmen (36 % stimmen nicht zu und 38 % sind sich nicht sicher).
- Finanzielle Bedenken behindern die Abkehr von fossilen Brennstoffen.
- Rund die Hälfte der befragten Schweizer:innen (51 %) ist der Meinung, dass der Übergang zu erneuerbaren Energien zu einem Anstieg der Energiepreise führen wird, was auch in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden von einer Mehrheit so gesehen wird.
- Die Hälfte der Schweizer Befragten (50%) findet, dass «E-Autos genauso schlecht für den Planeten sind wie benzin-/gasbetriebene Autos». Diese Ansicht wird von den europäischen Nachbarn (Frankreich: 58 %, Deutschland: 50 %, Italien: 44 %) stärker geteilt als vom Rest der Welt (globaler Durchschnitt: 34 %).
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«Die Schweiz befindet sich im Kampf gegen den Klimawandel an einem Scheideweg und muss den Fokus im eigenen Land intensivieren, um weltweit mit anderen Ländern gleichziehen zu können. Aufgrund seiner Ressourcen und Innovationen ist das Land in der Lage, bei der Verwirklichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 effektiv zu führen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Durch die Förderung von Nachhaltigkeit und die Unterstützung einer starken Politik kann die Schweiz die Herausforderungen meistern und sich hin zu einer grüneren Zukunft wandeln», erläutert Marcus Burke, Leiter für ESG bei Ipsos in der Schweiz.
Technical note: Ipsos führte vom 24. Januar bis zum 7. Februar 2025 eine Online-Umfrage mit 23’745 Teilnehmenden in den nachfolgend aufgeführten Ländern durch. Um die Repräsentativität zu gewährleisten, wurden Quoten festgelegt. Die Daten wurden entsprechend dem bekannten Bevölkerungsprofil jedes Landes gewichtet. Die Stichprobe besteht aus jeweils rund 1’000 Befragten aus Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan, Kanada, Neuseeland, den Philippinen, Spanien und den USA sowie jeweils 500 Befragten aus Argentinien, Belgien, Chile, Indonesien, Irland, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, den Niederlanden, Peru, Polen, Singapur, Südafrika, Südkorea, Schweden, der Schweiz, Thailand, der Türkei und Ungarn. Die Stichprobe in Indien besteht aus rund 2’200 Befragten, von denen rund 1’800 persönlich und 400 online befragt wurden.