Globale Einstellungen zu KI 2026: Die Kluft zwischen Staunen und Sorge vertieft sich
Begeisterung und Besorgnis hinsichtlich KI halten sich weltweit nahezu die Waage, und immer häufiger empfinden dieselben Menschen beides. Dies ist das zentrale Ergebnis des Ipsos AI Monitor 2026, der nun im fünften Jahr die Einstellungen in 32 Ländern untersucht.
Die Meinungen zu KI verändern sich nicht so schnell wie die Technologie selbst. Die Einstellung der Menschen hat sich seit dem plötzlichen Umbruch, der durch die Einführung von ChatGPT zwischen den Erhebungswellen des Ipsos AI Monitor 2022 und 2023 ausgelöst wurde, kaum verändert.
Künstliche Intelligenz (KI) prägt in vielerlei Hinsicht unsere Zeit. Die fünfte jährliche Studie bereichert die Diskussion um weitere Nuancen. Denn Trends entstehen nicht im luftleeren Raum. Wer die Fortschritte und Spannungen rund um KI ausschließlich aus technischer Sicht betrachtet und dabei alle wirtschaftlichen, geopolitischen, sozialen und ökologischen Aspekte außer Acht lässt, übersieht die bereits bestehenden Einstellungen, die den neuen zugrunde liegen. Was hat sich nicht geändert? Die von Ipsos seit Langem beschriebene Spannung zwischen der Faszination und der Besorgnis gegenüber KI besteht weiterhin. Mittlerweile geben fast gleich viele Befragte an, dass KI sie „begeistert“ oder „nervös“ macht. Oftmals empfinden sogar dieselben Personen beide Emotionen.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Ob man KI positiv oder skeptisch gegenübersteht, hängt vom Wohnort ab. Menschen in Asien und Lateinamerika sind im Durchschnitt eher geneigt, KI als vorteilhafter als nachteilig zu betrachten und freuen sich auf Produkte und Dienstleistungen, die KI nutzen. In Europa und Nordamerika hingegen begegnen die Menschen KI im Durchschnitt eher mit Besorgnis.
- Künstliche Intelligenz (KI) wird in Zukunft eine noch größere Bedeutung zugeschrieben als bisher. Im Durchschnitt geben 54 % der Befragten in 32 Ländern* an, dass Produkte und Dienstleistungen mit KI ihr Leben in den letzten drei bis fünf Jahren bereits verändert haben. 66 % erwarten jedoch, dass KI in den kommenden drei bis fünf Jahren einen noch größeren Einfluss auf ihren Alltag haben wird.
- Künstliche Intelligenz (KI) wird als Mittel zur Steigerung der Arbeitseffizienz angesehen. Zwei Drittel der Beschäftigten (62 %) in 32 Ländern geben an, dass KI ihnen in den letzten zwölf Monaten Zeit bei der Arbeit gespart hat. Personen mit höherem Einkommen stimmen dieser Aussage im Durchschnitt häufiger zu (70 %) als Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen (60 % bzw. 54 %). Jüngere Generationen – die Generation Z (68 %) und die Millennials (65 %) – halten KI häufiger für zeitsparend als ältere Generationen – die Generation X (57 %) und die Babyboomer (46 %).
- Die Vorteile von KI werden als größer als ihre Umweltkosten eingeschätzt. Im Durchschnitt sind in 32 Ländern 49 % der Meinung, dass die potenziellen Vorteile von KI die Umweltkosten überwiegen, während 39 % dem widersprechen. Menschen in englischsprachigen Ländern und Westeuropa stimmen der Aussage, dass die Vorteile von KI die Umweltkosten überwiegen, eher nicht zu.
- Mangelndes Vertrauen in KI-generierte Antworten, die von Werbetreibenden beeinflusst werden. In 32 Ländern gaben 46 % der Befragten an, einem KI-Tool weniger zu vertrauen, wenn dessen Antworten von Werbetreibenden auf der Plattform beeinflusst würden. In 15 Märkten würde sogar die Mehrheit der Befragten dem KI-Tool weniger vertrauen.
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