Neue CX-Studie: die Konsequenz der Entscheidung bestimmt das Vertrauen in KI
Die Ergebnisse des Ipsos CX Global Insights Report 2026 zeichnen ein klares Bild: Die Akzeptanz von KI hängt maßgeblich davon ab, welche Aufgabe sie übernimmt, welches Risiko damit verbunden ist und wie viel Kontrolle Menschen dabei behalten.
6 Erkenntnisse zur KI-Nutzung aus dem CX Global Insights Report 2026
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Verbraucher:innen wollen KI als Co-Pilot – nicht als Autopilot
Über nahezu alle Anwendungsfälle hinweg bevorzugen Verbraucher:innen eine Form von „Human-in-the-Loop“-KI.
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Je höher das Risiko, desto geringer die Bereitschaft zur KI-Nutzung
Bei Entscheidungen mit größeren finanziellen, rechtlichen oder persönlichen Konsequenzen sinkt die Akzeptanz von KI deutlich.
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Routineaufgaben bieten das größte KI-Potenzial
Die höchste Akzeptanz zeigen Verbraucher:innen bei wiederkehrenden und standardisierten Aufgaben.
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Finanzielle Entscheidungen sind der kritischste Anwendungsbereich
Der stärkste Widerstand gegenüber KI zeigt sich bei Entscheidungen mit direktem finanziellem Risiko.
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Geringe Akzeptanz für autonome KI über alle Branchen hinweg
Die Bereitschaft, einer KI eigenständig Entscheidungen oder Aktionen zu überlassen, liegt selbst bei einfachen Aufgaben häufig nur zwischen 2 und 15 %.
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High-Stake-Situationen sind vor allem eine Vertrauensfrage
Verbraucher:innen lehnen KI nicht grundsätzlich ab, vielmehr ist die Frage: Wer trägt die Verantwortung, wenn etwas schiefläuft?
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1. Verbraucher:innen wollen KI als Co-Pilot – nicht als Autopilot
Über nahezu alle Anwendungsfälle hinweg bevorzugen Verbraucher:innen eine Form von „Human-in-the-Loop“-KI. Die höchste Zustimmung erhält in der Regel die Option:
„KI macht Vorschläge, ich gebe die finale Freigabe.“
Ebenfalls hohe Zustimmungswerte erzielt:
„KI berät mich, aber ich treffe die Entscheidung und führe die Aktion selbst aus.“
Vollständig autonome KI, die eigenständig handelt oder Entscheidungen trifft, stößt dagegen auf deutlich geringere Akzeptanz.
Management-Interpretation
Verbraucher:innen wünschen sich Unterstützung, aber keinen Kontrollverlust. Erfolgreiche KI-Lösungen sollten daher Empfehlungen liefern, Entscheidungsprozesse transparent machen und Menschen die finale Kontrolle überlassen.
2. Je höher das Risiko, desto geringer die Bereitschaft zur KI-Nutzung
Bei Entscheidungen mit größeren finanziellen, rechtlichen oder persönlichen Konsequenzen sinkt die Akzeptanz von KI deutlich.
Beispiel Automotive
Niedriges Risiko (Low Stake)
Bei vergleichsweise einfachen Aufgaben zeigen Verbraucher:innen eine deutlich höhere Offenheit gegenüber KI:
- Terminvereinbarungen für Werkstattbesuche
- Einfache Fahrzeugdiagnosen
- Service- und Informationsanfragen
Hier würden rund 40 % der Befragten KI aktiv einbinden oder ihr zumindest teilweise vertrauen.
Hohes Risiko (High Stake)
Anders sieht es bei Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen aus:
- Auswahl von Finanzierungs- oder Leasingoptionen
- Streitfälle bei Reparaturkosten
- Annahme von Entschädigungsangeboten
In diesen Szenarien würden rund 34 bis 40 % der Befragten KI überhaupt nicht nutzen.
Kernaussage
Sobald finanzielle Auswirkungen, Rechtsfragen oder langfristige Verpflichtungen betroffen sind, steigt das Bedürfnis nach menschlicher Kontrolle deutlich an.
3. Routineaufgaben bieten das größte KI-Potenzial
Die höchste Akzeptanz zeigen Verbraucher:innen bei wiederkehrenden und standardisierten Aufgaben:
- Terminvereinbarungen
- Erinnerungen
- Statusabfragen
- Liefermanagement
- Rücksendungen
- Adressänderungen
- Standard-Kostenvoranschläge
- Administrative Routineaufgaben
Diese Anwendungsfälle werden überwiegend als:
- leicht überprüfbar,
- risikoarm und
- reversibel
wahrgenommen.
Implikation
Genau in diesen Bereichen können Unternehmen bereits heute die größten Effizienzgewinne erzielen und gleichzeitig eine hohe Akzeptanz bei Verbraucher:innen erreichen.
4. Finanzielle Entscheidungen sind der kritischste Anwendungsbereich
Der stärkste Widerstand gegenüber KI zeigt sich bei Entscheidungen mit direktem finanziellem Risiko. Besonders kritisch werden bewertet:
- Auto-Finanzierungen und Leasingmodelle
- Buy-Now-Pay-Later-Entscheidungen (BNPL)
- Entschädigungs- oder Rückkaufangebote
- Umfangreiche Reklamationen
- Versicherungsbezogene Entscheidungen
Ein besonders starkes Signal liefert der Retail-Bereich:
Bei der Auswahl eines Ratenzahlungs- oder BNPL-Modells würden 49 % der Verbraucher:innen KI überhaupt nicht nutzen. Dies ist der höchste Ablehnungswert innerhalb der untersuchten Szenarien.
Fazit
Je größer die finanzielle Verantwortung, desto wichtiger werden Vertrauen, Transparenz und menschliche Entscheidungsfreiheit.
5. Geringe Akzeptanz für autonome KI über alle Branchen hinweg
Die Bereitschaft, einer KI eigenständig Entscheidungen oder Aktionen zu überlassen, liegt selbst bei einfachen Aufgaben häufig nur zwischen 2 % und 15 %. Die Ergebnisse zeigen deutlich:
- Verbraucher:innen akzeptieren KI als Unterstützungssystem.
- Vollständig autonome KI-Systeme stoßen derzeit noch auf erhebliche Vorbehalte.
Erkenntnis
Der Markt befindet sich klar in der Phase des KI-Co-Piloten, nicht des KI-Autopiloten – über alle Branchen hinweg!
6. High-Stake-Situationen sind vor allem eine Vertrauensfrage
Besonders interessant: Die Ergebnisse deuten nicht darauf hin, dass Verbraucher:innen KI grundsätzlich ablehnen. Stattdessen zeigt sich ein konsistentes Muster:
- Viele Befragte bevorzugen die Option „KI berät, ich entscheide selbst“.
- Die Ablehnung steigt erst deutlich an, wenn KI eigenständig entscheiden oder handeln soll.
Interpretation
Die größte Hürde ist weniger die technische Leistungsfähigkeit von KI als vielmehr die Frage:
Wer trägt die Verantwortung, wenn etwas schiefläuft?
Für Unternehmen bedeutet das: Der Erfolg von KI-Anwendungen hängt nicht allein von der Technologie ab, sondern ebenso von Transparenz, Nachvollziehbarkeit und klaren Kontrollmöglichkeiten.
Die drei wichtigsten Erkenntnisse
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KI ja – aber mit menschlicher Kontrolle
Verbraucher:innen möchten KI vor allem als beratende Instanz und intelligenten Empfehlungsgeber nutzen. Vollautomatische Entscheidungen stoßen dagegen auf deutliche Skepsis.
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Risiko bestimmt die Akzeptanz
Je höher die finanziellen oder persönlichen Konsequenzen einer Entscheidung ausfallen, desto geringer ist die Bereitschaft, KI einzusetzen.
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Das größte Marktpotenzial liegt in Routine- und Serviceprozessen
Terminbuchungen, Statusabfragen, Liefermanagement, einfache Diagnosen und administrative Aufgaben weisen die höchste Nutzungsbereitschaft auf und bieten das größte Automatisierungspotenzial.
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Der vollständige Report zeigt unter anderem:
- Welche KI-Anwendungsfälle Verbraucher:innen tatsächlich akzeptieren
- Bei welchen Entscheidungen das Vertrauen in KI sinkt
- Welche Branchen das größte Potenzial für erfolgreiche KI-Einführung besitzen
- Wie Unternehmen Vertrauen in KI-Lösungen gezielt stärken können
- Welche Faktoren die Akzeptanz von Agentic AI beeinflussen
Management-Botschaft
Verbraucher:innen wünschen sich KI als kompetenten Co-Piloten, nicht als autonomen Entscheider. Der wahrgenommene Risiko- und Verantwortungsgrad einer Aufgabe bestimmt maßgeblich die Akzeptanz von KI.
Matthias Grund, Cluster Lead CX/ERM/CHP, Ipsos in Deutschland
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Kennzahlen
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Methodik
Die Studie basiert auf mehr als 85.294 Kundeninterviews in 23 Ländern auf der Ipsos eigenen Online-Plattform und liefert einen umfassenden, sektorübergreifenden Benchmark für Customer Experience (CX). Die erste Erhebungswelle wurde 2025 durchgeführt und wurde 2026 mit einer weiteren Welle fortgesetzt (Feldzeit 2026: 16. Februar bis 14. April 2026). Untersucht wurde unter anderem der Einfluss von KI auf die Customer Experience in verschiedenen Sektoren wie zum Beispiel Automotive, Retail, Banken u.a.. In Deutschland wurden 2026 ca. 5.127 Personen ab 18 Jahren befragt.
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