Konsumklima erfassen – Global Consumer Confidence Index
Wie ist es aktuell um das Konsumklima in Deutschland bestellt und wie sieht es im internationalen Vergleich aus? Das verrät Ipsos-Experte Dr. Robert Grimm in seinem Interview bei Tagesschau24 mit ARD-Finanzredakteurin Bo Hyun Kim in der Sendung "Update Wirtschaft".

Wie geht Ipsos beim Erfassen des Konsumklimas vor?
Für das Konsumbarometer messen wir das Konsumklima seit 2010 im Rahmen der monatlich erscheinenden Tracking-Studie „Global Consumer Confidence Index”. Dazu befragen wir weltweit über 20.000 Verbraucher:innen in 30 Märkten, davon über 1.000 Personen in Deutschland, nach ihrer Verbraucherstimmung. Konkret erfasst werden dabei zentrale Indikatoren wie persönliche Finanzlage, wirtschaftliche Erwartungen, Kaufbereitschaft und Einschätzungen zum Arbeitsmarkt.
Aus den Ergebnissen dieser Meinungsumfragen erarbeiten unsere Expert:innen vier Teilindizes, die zusammen den Gesamtwert des Konsumklimas widerspiegeln. Der standardisierte Ansatz gewährleistet einen länderübergreifenden Vergleich und zeigt, wie sich die wirtschaftliche Stimmung und das Konsumverhalten global entwickeln.
Warum ist das Konsumbarometer so wichtig?
Da der private Konsum einen erheblichen Anteil am Bruttoinlandsprodukt ausmacht, liefert das Konsumbarometer wertvolle Hinweise auf bevorstehende Konjunkturveränderungen. Ein steigender Global Consumer Confidence Index deutet auf eine höhere Konsumfreude hin, was wiederum Unternehmen zu Investitionen und Neueinstellungen anregt. Eine sinkende Verbraucherstimmung hingegen signalisiert Zurückhaltung im Konsumverhalten und veranlasst die Wirtschaft, risikoärmere Maßnahmen zu ergreifen. Somit dient die Erfassung des Konsumklimas als wichtiges Instrument für Wirtschaft, Politik und Finanzmärkte, um frühzeitig auf Veränderungen im Konsumverhalten reagieren zu können.
Aktualisiert am 27. März 2026
Weltweites Konsumklima sinkt zum ersten Mal seit fast einem Jahr
Der Global Consumer Confidence Index, auch als unser Konsumbarometer bekannt, ist der Durchschnitt aller „nationalen“ Indizes der 30 untersuchten Länder. Der Index ist im März 2026 um 0,6 Punkte gesunken und liegt nun bei einem Wert von 49,4. Nachdem der Index in den letzten Monaten einen positiven Trend mit teils deutlichen Anstiegen aufwies, ist er nun zum ersten Mal seit elf Monaten wieder zurückgegangen. Er liegt jedoch immer noch 1,2 Punkte über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Von den 30 untersuchten Volkswirtschaften verzeichnen lediglich Südkorea (+4,1 Punkte) und Belgien (+2,4) einen deutlichen Anstieg der Verbraucherstimmung, während in acht ein spürbarer Rückgang des Konsumklimas zu verzeichnen ist, darunter auch Deutschland: Argentinien (-4,4 Punkte), Niederlande (-4,2), Indonesien (-3,2), Großbritannien (-2,9), Israel (-2,9), Kolumbien (-2,9), Singapur (-2,3) und Deutschland (-2,3).
Mit einem Wert von 44,7 Punkten (-2,3 im Vergleich zu Februar 2026) liegt Deutschland beim Konsumbarometer nur auf Platz 25 von 30 untersuchten Ländern weltweit und damit in der Schlussgruppe.
Zu den Ländern, die im Vergleich zum Vorjahr die größten Verluste verzeichnen, gehören Argentinien (-7,8 Punkte), die Niederlande (-5,4) und Mexiko (-5,1). Südkorea (+10,6 Punkte), Chile (+8,1) und Japan (+6,7) sind dagegen diejenigen Länder, die signifikante Gewinne aufweisen.
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- Global Consumer Confidence Index, March 2026Den aktuellen Report mit Trends aus den letzten 15 Jahren bietet Ihnen Ipsos kostenlos als Download an.
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