Einstellungen junger Europäer zu Wohlbefinden und Lebenschancen

Wohlbefinden ist ein zentraler Bestandteil internationaler und nationaler Diskurse zur nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung und hat den Wohlstandsbegriff in den letzten Jahren maßgeblich erweitert. Traditionelle materielle Aspekte wie das persönliche Einkommen oder markoökonomische Indikatoren beurteilen gesellschaftlichen Progress eindimensional und sagen wenig über die Lebensqualität der Menschen sowie ihres Umfeldes aus.

Einstellungen junger Europäer zu Wohlbefinden und Lebenschancen

Autor(en)

  • Dr. Robert Grimm Ipsos Public Affairs, Germany
  • Liane Stavenhagen Ipsos Public Affairs, Germany
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Wohlbefinden ist ein multidimensionaler ganzheitlicher Begriff. Grundsätzlich wird zwischen subjektivem oder gefühltem Wohlbefinden und objektiv messbaren Einflüssen unterschieden. Des Weiteren definiert sich Wohlbefinden aus den Verwirklichungschancen einzelner Individuen und deren Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe. Persönliche Chancen werden einerseits innerhalb gesellschaftlicher Rahmenbedingungen umgesetzt und andererseits durch persönliche Kapazitäten wie beispielsweise der eigenen Gesundheit bedingt.
 

Die folgende Studie untersucht das Wohlbefinden junger Deutscher im Vergleich mit anderen jungen Europäern. Wie zufrieden sind sie mit ihrem Leben? Glauben junge Deutsche, ihr Leben planen zu können? Wie definieren sie Wohlbefinden und welche Aspekte haben ihrer Meinung nach den größten Einfluss auf ihr persönliches
Wohlergehen?


JUNGE DEUTSCHE, PLANER ODER LAISSEZ FAIRE?

Glauben junge Europäer daran, ein besseres Leben aktiv planen zu müssen? Junge Deutsche sind da geteilter Meinung: 53 Prozent von ihnen sind davon nicht überzeugt. Damit unterscheiden sie sich von jungen Franzosen, von denen 67 Prozent glauben, einen Plan haben zu müssen, um die eigene Lebenssituation zu verbessern. Junge Schweden lassen sich treiben, nur ein Viertel von ihnen gibt an, ein besseres Leben erfordere einen Plan.

 

GESUNDER SCHLAF IST WICHTIGER ALS DIE KARRIERE

Das subjektive Wohlbefi nden scheint maßgeblich durch das Schlafverhalten beeinflusst zu werden: Bei jungen Deutschen, Schweden, Franzosen und Briten ist mehr oder besserer Schlaf der meistgenannte Wunsch zur Verbesserung des eigenen Wohlergehens. Für Spanier ist die wirtschaftliche Lage des Landes die wichtigste Determinante, welche auch in Großbritannien und Polen einen hohen Stellenwert hat. Auch soziale Beziehungen spielen eine bedeutende Rolle,
allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. So wünschen nur 19 Prozent der Schweden eine intensivere Beziehung zur Familie, in Spanien und Polen sind es mit 41 und 39 Prozent deutlich mehr.

 

STUDIENPARAMETER

Die dargestellten Ergebnisse wurden im April 2016 im Rahmen des Ipsos Global@dvisor erhoben, welcher monatlich in 23 Ländern weltweit mit Hilfe des Ipsos Online Panels durchgeführt wird. Die dargestellten Ergebnisse für Deutschland,
Frankreich, Italien, Spanien, UK, Belgien, Schweden und Polen basieren auf einer internationalen Stichprobe von 17.538 Befragten, wobei in den USA und Kanada die Altersgrenze bei 18 bis 64 Jahren lag, in allen anderen Ländern bei
16 bis 64 Jahren. Mit Hilfe des Ipsos Online Panels wurden in Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, UK, Deutschland, Italien, Japan, Südkorea, Spanien und den USA rund 1.000 Interviews generiert in Argentinien, Belgien, Ungarn, Indien, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Südafrika, Südkorea, Schweden und der Türkei jeweils rund 500 Interviews.

 

IPSOS PUBLIC AFFAIRS

Ipsos Public Affairs ist Teil der Ipsos Gruppe, welche mit über 16.000 Mitarbeitern weltweit das drittgrößte Markt und Meinungsforschungsinstitut der Welt ist.
Wir bieten unseren Kunden in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft einen umfangreichen Forschungsservice und evidenzbasierte Beratung, um gesellschaftliche Trends besser zu verstehen und heutigen Anforderungen an Transparenz und Effizienz gerecht zu werden.

Autor(en)

  • Dr. Robert Grimm Ipsos Public Affairs, Germany
  • Liane Stavenhagen Ipsos Public Affairs, Germany

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