Konsumklima erfassen – Global Consumer Confidence Index
Wie geht Ipsos beim Erfassen des Konsumklimas vor?
Für das Konsumbarometer messen wir das Konsumklima seit 2010 im Rahmen der monatlich erscheinenden Tracking-Studie „Global Consumer Confidence Index”. Dazu befragen wir weltweit über 20.000 Verbraucher:innen in 30 Märkten, davon über 1.000 Personen in Deutschland, nach ihrer Verbraucherstimmung. Konkret erfasst werden dabei zentrale Indikatoren wie persönliche Finanzlage, wirtschaftliche Erwartungen, Kaufbereitschaft und Einschätzungen zum Arbeitsmarkt.
Aus den Ergebnissen dieser Meinungsumfragen erarbeiten unsere Expert:innen vier Teilindizes, die zusammen den Gesamtwert des Konsumklimas widerspiegeln. Der standardisierte Ansatz gewährleistet einen länderübergreifenden Vergleich und zeigt, wie sich die wirtschaftliche Stimmung und das Konsumverhalten global entwickeln.
Warum ist das Konsumbarometer so wichtig?
Da der private Konsum einen erheblichen Anteil am Bruttoinlandsprodukt ausmacht, liefert das Konsumbarometer wertvolle Hinweise auf bevorstehende Konjunkturveränderungen. Ein steigender Global Consumer Confidence Index deutet auf eine höhere Konsumfreude hin, was wiederum Unternehmen zu Investitionen und Neueinstellungen anregt. Eine sinkende Verbraucherstimmung hingegen signalisiert Zurückhaltung im Konsumverhalten und veranlasst die Wirtschaft, risikoärmere Maßnahmen zu ergreifen. Somit dient die Erfassung des Konsumklimas als wichtiges Instrument für Wirtschaft, Politik und Finanzmärkte, um frühzeitig auf Veränderungen im Konsumverhalten reagieren zu können.
Aktualisiert am 6. Juli 2026
Aktuelles Konsumbarometer: Weltweites Konsumklima steigt zum zweiten Mal in Folge an, Stimmung in Europa verbessert sich deutlich
Der Global Consumer Confidence Index, auch als unser Konsumbarometer bekannt, ist der Durchschnitt aller „nationalen“ Indizes der 30 untersuchten Länder. Nachdem viele Länder unter den negativen Auswirkungen des Krieges zwischen den USA und dem Iran gelitten haben, ist der Index im Juni 2026 wieder um 0,5 Punkte gestiegen und liegt nun bei einem Wert von 47,9. Damit hat sich das Konsumklima von dem starken Rückgang im April wieder erholt und befindet sich nun wieder auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.
Von den 30 untersuchten Volkswirtschaften verzeichnen fünf Länder eine deutliche Verschlechterung der Verbraucherstimmung: Indonesien (-3,7 Punkte), Argentinien (-3,4), Indien (-2,7), Südafrika (-2,5) und Irland (-2,1). In acht Nationen lässt sich hingegen ein spürbarer Anstieg des Konsumklimas beobachten, darunter sechs europäische Länder inklusive Deutschland: Kolumbien (+5,4 Punkte), Spanien (+3,1), Thailand (+3,0), Deutschland (+2,5), Großbritannien (+2,4), Schweden (+2,4), Ungarn (+2,4) und Niederlande (+2,2).
Mit 43,2 Punkten liegt Deutschland beim Konsumbarometer allerdings nur auf Platz 24 von 30 untersuchten Ländern.
Ungarn im Aufbruch nach der Ära Orbán
Obwohl sich die Verbraucherstimmung im Juni verbessert hat, zählt Deutschland nach wie vor zu den Ländern mit den stärksten Einbrüchen im Konsumklima gegenüber dem Vorjahr (-3,9 Punkte). Den größten Rückgang verzeichnet jedoch Argentinien (-9,6), gefolgt von Indonesien (-8,2) sowie Großbritannien (-4,7), Singapur (-4,7), Belgien (-4,3) und den USA (-4,2). Mit großem Abstand ist Ungarn das Land mit den signifikantesten Gewinnen im Vergleich zum Vorjahr (+16,9 Punkte). Auch Kolumbien (+8,3), Südkorea (+6,2), Israel (+5,0), Thailand (+4,3), Schweden (+3,7) und Peru (+2,7) verzeichnen klare positive Veränderungen.
Wie ist es aktuell um das Konsumklima in Deutschland bestellt und wie sieht es im internationalen Vergleich aus? Das verrät Ipsos-Experte Dr. Robert Grimm in seinem Interview bei Tagesschau24 mit ARD-Finanzredakteurin Bo Hyun Kim in der Sendung "Update Wirtschaft".

Bericht herunterladen
- Global Consumer Confidence Index, June 2026Den aktuellen Report mit Trends aus den letzten 15 Jahren bietet Ihnen Ipsos kostenlos als Download an.
- View all
Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Rouven Freudenthal
Pressestelle Ipsos Deutschland
[email protected]
Mobil: +49 151 7420 2330