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Politische Meinungslage in Deutschland (Januar bis April 2024)

In diesem Bericht fassen wir die politische Stimmung im Land im Zeitverlauf zusammen. Monatliche Umfragen zu Wahlabsichten, zum Wählerpotenzial von Parteien, zur Beliebtheit der Regierung uvm.

Politische Meinungslage in Deutschland

In dieser Ausgabe haben wir die politische Meinungslage in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf den Zeitraum zwischen Januar und April 2024 grafisch aufbereitet. Sämtliche Daten wurden in unabhängiger Eigenforschung durch Ipsos erhoben und ausgewertet.

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse

Auch 2024 bleibt die Union bei der Sonntagsfrage unverändert mit großem Abstand auf dem ersten Platz. Im April kann sie zuletzt 29 Prozent der Wahlberechtigten von sich überzeugen. Trotz Verlusten zum Jahresbeginn weiterhin auf Platz zwei liegt die AfD. Konnte sie im Januar noch 22 Prozent von sich überzeugen, erreicht sie seit Februar nur noch 18 Prozent. SPD und Grüne halten sich in den ersten Monaten des neuen Jahres stabil auf dem dritten und vierten Platz – die SPD dabei stets leicht vor den Grünen. Zuletzt trennen die beiden Parteien zwei Prozentpunkte (SPD: 15 %, Grüne: 13 %). Neu in die Ipsos-Erhebung aufgenommen wurde seit Februar 2024 außerdem das  neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht. Dieses erreicht im Februar aus dem Stand 8 Prozent und bleibt danach stabil bei 7 Prozent. Das Schlusslicht bilden die FDP (5 % im April), Linke (4 % im April) und die ebenfalls erst seit Februar in der Erhebung berücksichtigten Freien Wähler (3 % im April). Die Oppositionsparteien vereinen somit auch 2024 wieder einen deutlich größeren Anteil der Wahlberechtigten auf sich als die Ampelregierung. Während die Opposition mittlerweile 58 Prozent von sich überzeugen kann, würde nur noch jede:r Dritte (33 %) eine der drei Ampelparteien wählen. 

Die Analyse der Wählerbindung der Parteien seit der Bundestagswahl 2021 zeigt außerdem, dass die SPD seitdem rund die Hälfte und die Grünen rund ein Drittel ihrer ehemaligen Wählerschaft verloren haben. Die Union kann derweil circa drei Viertel ihrer Wähler:innen halten. FDP und Linke können beide nur circa 40 Prozent ihrer damaligen Wähler:innen erneut von sich überzeugen. Deutlich hervor sticht die AfD, die seit der letzten Bundestagswahl die wenigsten Verluste davonträgt. 85 Prozent derjenigen, die 2021 die AfD gewählt haben, hätten dies auch zwischen Januar und April 2024 getan. 

Die Ampelparteien verlieren darüber hinaus nicht nur bezüglich ihrer Wählerbindung, sondern auch beim erweiterten Wählerpotenzial. Während sich zwischen Januar und April 2023 noch 38 Prozent der Wahlberechtigten vorstellen konnten, die SPD zu wählen, können dies ein Jahr später nur noch 32 Prozent. Bei den Grünen ist ein ähnlicher Verlust von 31 auf 25 Prozent zu erkennen und auch bei der FDP fällt das erweiterte Wählerpotenzial im Vergleich zum Vorjahr von 25 auf 19 Prozent. Auf dem ersten Platz hält sich erneut die Union mit einem erweiterten Wählerpotenzial von zuletzt 39 Prozent ohne Verluste im Vergleich zu 2023. Das erweiterte Wählerpotenzial der AfD bleibt zwar verglichen mit Januar bis April 2023 unverändert bei 24 Prozent, war allerdings zwischenzeitlich angestiegen und verzeichnet somit verglichen mit September bis Dezember 2023 einen Verlust von 2 Prozentpunkten. 

Die politische Meinungslage in Deutschland Q1 2024


Die Menschen in Deutschland sind weiter eher unzufrieden mit der Arbeit von Olaf Scholz als Kanzler und der Regierung als Ganzes. Auch 2024 ist nur etwa jede:r Zehnte sehr zufrieden mit Scholz, die Arbeit der Ampelregierung insgesamt überzeugt sogar noch weniger Bundesbürger:innen. Auch bei der Bewertung der Arbeit der Minister:innen überwiegt die Unzufriedenheit deutlich. Verteidigungsminister Boris Pistorius bleibt im März 2024 mit einem Netto-Zufriedenheitswert von -2 das mit Abstand beliebteste Regierungsmitglied. 27 Prozent der Deutschen geben an, sehr zufrieden mit seiner Arbeit zu sein, 29 Prozent sehen Pistorius sehr negativ. Mit deutlichem Abstand dahinter folgt Arbeitsminister Hubertus Heil mit einem Zufriedenheitswert von -26. Finanzminister Christian Lindner liegt mit einer Netto-Zufriedenheit von -46 hinter Außenministerin Annalena Baerbock (-36) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (-43). Im Vergleich zum Vorjahresmonat verlieren allerdings sowohl Lindner als auch Habeck und Baerbock jeweils 16 Prozentpunkte. Auf den letzten Platz rutscht Bauministerin Klara Geywitz, die eine Netto-Zufriedenheit von -50 verzeichnet. Neben den genannten Ressortchefs verlieren allerdings auch alle anderen Kabinettsmitglieder (mit Ausnahme von Pistorius) deutlich auf der Zufriedenheitsskala. 

Bei der Frage nach den wichtigsten politischen Thema für die Deutschen liegt die Inflation 2024 wieder mit Abstand auf dem ersten Platz. Seit Januar gibt durchgängig etwa ein Fünftel der Wahlberechtigten in Deutschland an, dass steigende Lebenshaltungskosten für sie zurzeit das wichtigste Thema darstellen. Noch im Dezember 2023 war dies nur bei 16 Prozent der Befragten der Fall. Das Thema Einwanderung wurde in der zweiten Jahreshälfte 2023 ebenfalls immer wichtiger für die Deutschen und hatte im November 2023 einen Höchststand von 17 Prozent erreicht. Heute wird Einwanderung wieder zunehmend als weniger wichtig empfunden. Im April rankten das Thema nur noch 11 Prozent der Befragten auf dem ersten Platz. Als ähnlich wichtig wird das Thema Klima-, Umwelt- und Artenschutz empfunden. 12 Prozent der Befragten gaben im April 2024 an, dieses Thema als am wichtigsten einzustufen. 

Die drei genannten Themen unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem Polarisierungsgrad. Das Thema Inflation ist nicht polarisiert und ähnlich hohe Anteile der Anhänger:innen aller Parteien empfinden das Thema als sehr wichtig. Ob Klimaschutz und Einwanderung als wichtig erachtet werden, hängt hingegen stark von der Parteipräferenz ab. So spielt das Thema Klimaschutz insbesondere für Unterstützer:innen der Grünen eine Rolle, jedoch deutlich weniger für die der anderen Parteien. Ähnlich sieht es beim Thema Einwanderung aus, das insbesondere von Anhänger:innen der AfD als wichtig erachtet wird.

Informationen zur Methodik befinden sich zusammen mit sämtlichen weiteren Studienergebnissen weiter unten im PDF-Report. Jetzt kostenlos herunterladen!

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