Rente, Pflege, Wohnen: Hoher Reformwille, geringe Erwartungen an schnelle Umsetzung
Ipsos hat 1.000 wahlberechtigte Personen in Deutschland dazu befragt, welche Vorhaben sie noch vor der Sommerpause priorisieren und ob sie mit einer zeitnahen Umsetzung rechnen. Das Ergebnis: In der Rentenpolitik ist der Wunsch nach Reformen besonders stark ausgeprägt; daneben sehen die Deutschen auch in der Pflege und auf dem Wohnungsmarkt dringenden Handlungsbedarf.
Stabilisierung des Rentenniveaus hat oberste Priorität
Vier von fünf Deutschen (79 %) wünschen sich, dass die Bundesregierung in den kommenden Wochen eine Lösung zur langfristigen Stabilisierung des Rentenniveaus findet. Damit ist die Sicherung der Rente das wichtigste Anliegen der Befragten. Zugleich trauen nur 15 Prozent der Bundesregierung zu, entsprechende Reformen noch vor der Sommerpause auf den Weg zu bringen.
61 Prozent sprechen sich für einen Stopp des Anstiegs der Rentenbeiträge aus. Dabei rechnet immerhin jede:r Fünfte (19 %) mit einer zeitnahen Umsetzung – der höchste Wert unter allen abgefragten Reformen.
Klare Mehrheit für Heimkosten-Deckel und Entlastung pflegender Angehöriger
Auch in der Pflege ist der Reformwille groß. 72 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass die finanzielle Belastung für Heimbewohner:innen gedeckelt wird – doch nur 16 Prozent halten eine entsprechende Reform noch vor der Sommerpause für wahrscheinlich. Etwa ebenso viele (73 %) sprechen sich für eine spürbare Entlastung pflegender Angehöriger aus. Bei diesem Vorhaben ist die Zuversicht am geringsten: Nur 12 Prozent gehen davon aus, dass entsprechende Schritte bereits in den kommenden Wochen beschlossen werden.
Wohnungspolitik: Breite Zustimmung für Kostenbremse und Sozialbau
Mit Blick auf den Wohnungsmarkt erhalten sowohl strengere Regeln für Mieterhöhungen als auch der Ausbau des sozialen Wohnungsbaus eine Zustimmung von jeweils 66 Prozent. Für beide Vorhaben befürworten die Befragten rasche Reformschritte; zugleich rechnen nur je 16 Prozent mit Beschlüssen in den kommenden Wochen.

Methode
Quotierte Online-Befragung von 1.000 Wahlberechtigten im Alter von 18 bis 75 Jahren in Deutschland, repräsentativ gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region und Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl. Die Befragung wurde vom 7. bis zum 9. Juni 2026 durchgeführt.