Franzosen fürchten Arbeitslosigkeit und Terror

Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Armut und soziale Ungleichheit: Diese Themen bereiten den Franzosen derzeit am meisten Sorgen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor. Auf Platz 1 im Ranking der größten Sorgen und Ängste steht mit 47 Prozent die Arbeitslosigkeit. Etwas weniger (42%) fürchten sich die Franzosen vor Terrorismus. Armut und soziale Ungleichheit beunruhigt immerhin noch ein Drittel (34%) der Befragten. Steuern (24%) und die Kontrolle der Migration (22%) fallen hingegen deutlich dahinter zurück.*

Über die Hälfte wünscht sich Politiker, die sich gegen die Eliten auflehnen

In Bezug auf das politische Spitzenpersonal würden 53 Prozent der Franzosen eher für einen Kandidaten stimmen, der sich für das Volk einsetzt und gegen die Eliten auflehnt. Auch das Vertrauen in bestehende Institutionen und Akteure ist gering. Den Medien misstrauen sieben von zehn Franzosen (68%) und der Regierung stehen ebenso viele (71%) skeptisch gegenüber. Das geringste Vertrauen bringen die Franzosen den politischen Parteien entgegen: 83 Prozent vertrauen ihnen nur wenig oder gar nicht.2

Mehrheit der Franzosen glaubt nicht, von der EU zu profitieren

Auch in ihren Meinungen zur Europäischen Union zeigt sich ein Großteil der französischen Wähler skeptisch. Die Mehrheit der Franzosen (54%) geht davon aus, dass vor allem die Reichen und Mächtigen von den Regelungen der EU profitieren. Und sogar 63 Prozent vermuten, dass die führenden EU-Politiker sich nicht für Menschen wie sie selbst interessieren.3

„Der nächste französische Präsident muss sich großen innenpolitischen Herausforderungen stellen. Das Land steckt in einer tiefen Identitätskrise, der Terror der letzten Jahre, die mangelnde soziale Integration junger Muslime, hohe Arbeitslosigkeit, eine stagnierende Wirtschaft und allgemeiner Reformstau bestimmen die französische Realität. Gleichzeitig ist das politische Zentrum fragmentiert und von Skandalen geprägt. Ob die Franzosen einer starken Rechtsaußen-Führerin wie Marine Le Pen oder dem Zentristen und Investmentbanker Emmanuel Macron mehr Vertrauen schenken, die Republik aus der Krise zu führen, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Sicher ist, dass Europa mit Spannung auf die Grande Nation schaut, denn der Ausgang der Wahl wird auch die Zukunft der EU nachhaltig mitbestimmen“ kommentiert Dr. Robert Grimm, Leiter der Politik- und Sozialforschung bei Ipsos Deutschland, die Umfrageergebnisse

Franzosen fürchten vor der Wahl vor allem den sozialen Abstieg

 

Steckbrief:

Die Ergebnisse stammen aus drei verschiedenen Umfragen von Ipsos.

*Im Rahmen der Onlinestudie „What worries the World“ werden monatlich ca. 18.000 Interviews unter Personen zwischen 16 und 64 Jahren (USA und Kanada: 18-64) durchgeführt.

Feldzeit der aktuellen Welle: 20. Januar bis 03. Februar 2017. Diese Studie wurde über das Ipsos Online Panel in den 21 am Ende genannten Ländern und in China, Israel, Russland und Saudi-Arabien durchgeführt.

 

2Insgesamt wurden im Rahmen dieser Studie 16.597 Interviews durchgeführt unter Personen zwischen 16 und 64 Jahren (USA und Kanada: 18-64). Feldzeit: 21. Oktober bis 04. November 2016. Diese Studie wurde über das Ipsos Online Panel in den 21 am Ende genannten Ländern und in Israel durchgeführt.

 

3Insgesamt wurden im Rahmen dieser Studie 18.021 Interviews durchgeführt unter Personen zwischen 16 und 64 Jahren (USA und Kanada: 18-64). Feldzeit: 17. Februar bis 3. März 2017. Diese Studie wurde über das Ipsos Online Panel in den 21 am Ende genannten Ländern und in Chile, China, Kolumbien und Russland durchgeführt.

 

In diesen 21 weiteren Ländern wurden Studien über das Ipsos Online Panel durchgeführt: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Peru, Polen, Schweden, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Ungarn, USA. Die Daten wurden anhand der jeweils aktuellsten Zensusdaten nach demographischen Merkmalen gewichtet, um eine Annäherung an die Grundgesamtheit zu gewährleisten.

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