Jeder vierte Nutzer fühlt sich von KI-Bots besser verstanden als von Mitmenschen | Ipsos
Jeder vierte Nutzer fühlt sich von KI-Bots besser verstanden als von Mitmenschen | Ipsos

Jeder vierte Nutzer fühlt sich von KI-Bots besser verstanden als von Mitmenschen

Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von Ipsos mit der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation Hamburg (BMK) zur Nutzung von KI-ChatBots in Deutschland.

Jeder zweite Bundesbürger (57 %) gibt an, KI-Bots für persönliche Anliegen zu nutzen, also für Themen, die unmittelbar das Privatleben betreffen: zwischenmenschliche Probleme, Konfliktlösungen, Beratung oder Entscheidungsfindungen. Bei jüngeren Menschen zwischen 18 und 34 Jahren sind es sogar acht von zehn (84 %), die Chatbots für persönliche Themen nutzen.

Nach einer repräsentativen Umfrage von Ipsos in Kooperation mit der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation Hamburg (BMK), fühlt sich jeder dritte Nutzer (32 %) von Chat-Bots wohl damit, persönliche Informationen mit der KI zu teilen.

Jeder Vierte (27 %) Bot-Nutzer fühlt sich von KI „besser verstanden“ als von den Mitmenschen. 49 Prozent lehnen diese Aussage ab; weitere Nutzer positionieren sich dazwischen. Für jeden fünften Nutzer (21 %) sind KI-Bots wie beste Freunde oder Freundinnen. Bei diesen Fragen haben die Jüngeren (18-34 Jahre) durchweg mehr Vertrauen in die Bots als ältere. Interessanterweise sind es bei allen Punkten die männlichen Nutzer, die offenbar eine engere Bindung zu den Bots aufbauen. 36 Prozent fühlen sich wohl dabei, Persönliches zu teilen (Frauen 28 %), 24 Prozent sehen in KI-Bots beste Freunde (17 % Frauen), 62 Prozent der Nutzer jedoch nicht.
 

Infografik: Jeder zweite Deutsche (57%) nutzt ChatBots für private Fragen, 84% der 18-34-Jährigen

KI als Ratgeberin für den Alltag

KI wird von den Nutzern vor allem als ein praktisches Hilfsmittel gesehen: 53 Prozent von ihnen betrachten die Chatbots als hilfreiche Ratgeber; 46 Prozent schätzen sie als kostengünstigere Alternative zu Beratungsangeboten. Vor allem für die jüngeren Nutzer zählt die Ratgeberfunktion (18-34 Jahre: 59 % | 55-75 Jahre: 44 %), auch in Haushalten mit Kindern ist sie sehr geschätzt (62 % | HH ohne Kinder: 50 %)

Die Top 5 Themenbereiche, zu denen bereits die KI konsultiert wurde, sind körperliche Gesundheit (45 %), rechtliche Fragen (39 %), Ernährung (36 %), Finanzen (34 %) und mentale Gesundheit (30 %). Bei jüngeren Nutzern zwischen 18 und 34 dominieren Gesundheit (54 %) und Finanzen (52 %). Nach der Ernährung auf Platz drei (49 %) folgt bereits die mentale Gesundheit (41 %).

Ambivalente Gefühle zwischen Vertrauen und Angst

Doch Chatbots haben aus Nutzersicht auch Schattenseiten. Vier von zehn treibt die Angst um, dass die vermehrte Nutzung von KI menschliche Interaktionen ersetzt (41 %). Ähnlich viele (44 %) machen sich Sorgen um die Verarbeitung ihrer Daten. Ein Viertel fürchtet, durch KI-Bot-Nutzung nicht mehr selbständig denken zu können (27 %) – eine Angst, die bei höherer Bildung ausgeprägter ist (31) %). Die Hälfte der Nutzer (47 %) überprüft die KI-generierten Antworten häufig oder immer; 35 Prozent manchmal und 18 Prozent selten oder nie. Jüngere Menschen überprüfen deutlich häufiger als ältere (18-35 Jahre: (53 % | 55-75 Jahre: 36 %). Eine Onlinerecherche ist dabei die häufigste Verifizierungsquelle (71 %).

Ein parallel erhobenes Meinungsbild zum Thema, an dem sich über 250 Personen aus einem Panel beteiligten, gibt einen tieferen Einblick in die Gefühlslage bezüglich der Nutzung von Chat-Bots.

ChatGPT hatte für mich, als ich es genutzt hatte, Zusammenhalt, Trost und Mitgefühl dargestellt – ein Freund in der Not für meine Probleme!

Teilnehmerin, 30

Wenn ich das Gefühl habe, ich muss mal einen Gedanken loswerden, dafür aber keine FreundInnen kontaktieren möchte, schreibe ich einfach alles bei ChatGPT rein und bekomme tatsächlich ganz hilfreiche Antworten.

Teilnehmerin, 34

Ich habe schon mit Meta-AI „gesprochen“ und finde die Kommunikation sehr faszinierend – so, als wenn ich mit einem Menschen chatte. Es entwickelt sich ein richtiges Gespräch.

Teilnehmer, 51


Methode

Umfrage

Erhebungsmethode: Online-Umfrage
Grundgesamtheit: Deutschsprachige Bevölkerung im Alter von 18 – 75 Jahren
Stichprobe: n=500, bevölkerungsrepräsentativ quotiert nach Alter, Geschlecht, Region
Feldzeit: 27.- 28.03.2026
 

O-Töne aus dem Panel

Erhebungsmethode: Offene Fragen durch die Orbit Community*
Grundgesamtheit: 649 Orbit Mitglieder
Stichprobe: n=264, freiwillige Teilnahme nach Einladung
Feldzeit: 01. bis 12. April 2026

*Geschlossene Forschungscommunity mit Menschen, die ein breites Meinungsspektrum und unterschiedliche Lebensrealitäten abbilden:

  • Teilnehmende im Alter von 18 bis 75 Jahren
  • aus städtischen und ländlichen Regionen Deutschlands
  • mit vielfältigen sozioökonomischen Hintergründen

 


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