2017 war für die meisten Deutschen gefühlt ein sehr gutes Jahr

Hamburg, 05. Januar 2018. Ungeachtet von weltweiten Krisen und Kriegen, Terror im In- und Ausland oder zähen Verhandlungen um eine neue Bundesregierung lag der gefühlte Wohlstand der Deutschen das ganze Jahr 2017 hindurch auf einem sehr hohen Niveau. Das belegen die regelmäßigen Wohlstandsmessungen von Ipsos Observer. Der Nationale WohlstandsIndex für Deutschland (NAWI-D) zeigt, dass die Deutschen zufriedener als in den Vorjahren mit ihrer aktuellen ökonomischen Situation sind und die Sicherheit ihrer Einkommen mehr als zuvor gewährleistet sehen. Ebenso werden das persönliche Wohlergehen und das gesellschaftliche Umfeld positiver bewertet als in den Vorjahren.

Die Hälfte der Deutschen ist mit Wohlstand sehr zufrieden
Fasst man die verschiedenen Faktoren, die die Menschen mit Wohlstand in Verbindung bringen, zusammen, sind im Dezember 2017 51 Prozent der erwachsenen Deutschen mit ihrem Wohlstand sehr zufrieden, 34 Prozent relativ zufrieden und 15 Prozent sehr unzufrieden. Der Wert der sehr Unzufriedenen lag noch im Sommer 2012 bei 20 Prozent. Hans-Peter Drews, bei Ipsos Observer für die Studie zuständig, dazu: „Es gibt demnach einen nennenswerten Anteil an Bürgern, die nicht an der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands teilhaben, aber dieser Anteil sinkt. Nach Jahren rückgängiger Arbeitslosenquoten ist die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes für die meisten geringer geworden. Sicherere Einkommen bedeuten, dass die meisten Bundesbürger mehr Geld in den Konsum, aber auch in die Vorsorge stecken können.“

Wohlstandsmessung basiert auf für Bürger relevanten Kriterien
Der NAWI-D misst den Wohlstand anhand von Kriterien, die die Bürger selbst als relevant einstufen. Er ist also nicht wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes, sondern für das subjektiv empfundene Wohlergehen der Menschen.

Die Deutschen sind zufrieden mit ihrem Wohlstand

Steckbrief NAWI-D

Im Frühjahr 2012 konzipierte Ipsos Observer gemeinsam mit Zukunftsforscher Prof. Dr. Opaschowski ein neues Wohlstandsbarometer als Basis für einen umfassenden Nationalen Wohlstandsindex für Deutschland (NAWI-D), das seitdem kontinuierlich quartalsweise erhoben wird.

Studiensteckbrief der aktuellen Welle 2018:
Methode:                                Ipsos Capibus Computer Assisted Personal Interviewing, im Haushalt des Befragten. random route – zufällig ausgewählter Haushalt und Befragungsperson
Stichprobe:                 2.000 Personen ab 14 Jahren

Grundgesamtheit:       Deutschsprechende Bevölkerung in Privathaushalten
Feldzeit:                      Dezember 2017


Für die Erhebungen zum Wohlstandsbarometer greift Ipsos Observer auf seinen eigenen bundesweiten Interviewerstab zurück, der erfahren in der Durchführung sozialwissenschaftlicher Studien mit anspruchsvollen Designs ist. Die Datenerhebung erfolgt mittels persönlicher Interviews in den Zielhaushalten im Rahmen der wöchentlichen CAPI-Mehrthemenumfragen.

Berechnung der Wohlstandswirklichkeit im Ipsos NAWI-D
Über bevölkerungsrepräsentative Vorbefragungen wurde eine Batterie von 30 Aussagen entwickelt, die das Thema Wohlstand aus Sicht der erwachsenen Wohnbevölkerung in Deutschland umfassend abdeckt. Diese 30 Aussagen wurden in wiederum bevölkerungsrepräsentativen Umfragen Bundesbürgern ab 14 Jahren vorgelegt. Die Bürger selbst entscheiden, welche dieser Aussagen für sie erfüllt sein müssen, um in Wohlstand zu leben. Die Einstufung, ob diese Aussagen für sie in der Realität erfüllt sind, erfolgt anhand einer 10er-Skala, die von 1 = „trifft für mich überhaupt nicht zu“ bis 10 = „trifft auf mich voll und ganz zu“ reicht. Sofern nicht anders aufgeführt, wird im Text auf die so genannten Top 3 - Werte bzw. deren Komplementärgröße zurückgegriffen.Der Top 3 - Wert zu einer Aussage enthält somit die Skalenwerte 8, 9 und 10. Dann wird die Aussage für den Befragten als ausreichend erfüllt angesehen. Bei den Werten 1 – 7 wird sie als nicht ausreichend erfüllt angesehen. Die bei jeder dieser 30 Aussagen gemessene Wohlstandswirklichkeit wird mit deren jeweiligen Bedeutung in Bezug gesetzt, d. h. gewichtet. Daraus werden für jede Wohlstandsdimension als auch für den Wohlstand insgesamt der NAWI-D berechnet.

Ähnliche Inhalte

  • Wie sollte das Steuersystem in Deutschland reformiert werden? Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage bevorzugen 55 Prozent Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen, auch wenn dafür sehr hohe Einkommen und große Vermögen stärker belastet werden.
    Steuern Pressemitteilung

    Steuerreform: Mehrheit befürwortet höhere Abgaben für Spitzenverdiener und große Vermögen

    Aktuell wird in Politik und Wirtschaft intensiv über Steuerreformen diskutiert, um Haushaltsdefizite zu schließen und Bürger:innen gezielt zu entlasten. Vor diesem Hintergrund hat Ipsos 1.000 Wahlberechtigte in Deutschland zu verschiedenen Reformoptionen befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: 55 Prozent befürworten spürbare Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen, auch wenn dafür sehr hohe Einkommen und große Vermögen stärker belastet werden.
  • Wie glücklich sind die Deutschen? Laut einer Ipsos-Umfrage zum Weltglückstag bezeichnen sich aktuell 72 Prozent in Deutschland als glücklich – ein Plus von 8 Prozentpunkten gegenüber 2025.
    Gesellschaftliche Trends Pressemitteilung

    Weltglückstag 2026: Deutsche glücklicher als im Vorjahr

    Anlässlich des Weltglückstags am 20. März veröffentlicht Ipsos seinen Happiness Report 2026. Seit 15 Jahren untersucht Ipsos das Glücksempfinden weltweit und hat dafür in diesem Jahr mehr als 23.000 Personen in 29 Ländern befragt. In Deutschland bezeichnen sich aktuell 72 Prozent der Befragten als glücklich – ein Plus von 8 Prozentpunkten gegenüber 2025. Dennoch liegen die Werte unter dem Niveau von vor 15 Jahren, als der erste Ipsos Happiness Report erschien. Den Tiefstwert markierte das Jahr 2025 mit 64 Prozent, den Höchstwert das Jahr 2019 mit 78 Prozent.
  • Mit welcher Partei wird Vetternwirtschaft am ehesten in Verbindung gebracht? Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage nennen ein Drittel der Befragten zuerst die AfD, dahinter folgt die Union aus CDU und CSU.
    Politik Pressemitteilung

    AfD am stärksten mit Vetternwirtschaft assoziiert – viele Deutsche rechnen nicht mit Schaden für die Partei

    Nach Berichten über Fälle von Verwandtenbeschäftigung bei AfD-Abgeordneten auf Landes- und Bundesebene stehen Vorwürfe der Vetternwirtschaft im Raum. Ipsos hat deshalb erhoben, welche Partei die Deutschen am ehesten mit Vetternwirtschaft in Verbindung bringen und ob die AfD durch die aktuellen Vorwürfe ihrer Meinung nach Schaden nimmt.