Ehrlichkeit, Respekt und Verlässlichkeit - die Top Erziehungsziele heute

Hamburg, 23. Mai 2018. Beim Thema Werte und Erziehungsziele steht bei drei von vier Deutschen (74%) das moralische Prinzip „Ehrlichkeit“ ganz oben. Respekt (62%), Verlässlichkeit (61%) und Hilfsbereitschaft (60%) sind ebenfalls Werte, die von den Bundesbürgern als sehr wichtig erachtet werden. Dies geht aus einer aktuellen Repräsentativumfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts Ipsos in Kooperation mit Zukunftsforscher Opaschowski hervor, in der 1.000 Personen ab 14 Jahren befragt wurden.

Traditionelle und innovative Werte verbinden sich

Die Ergebnisse zeigen, dass nach Meinung der Deutschen bei der Erziehung künftiger Generationen eher konservative Werte wie Respekt (62%), Anstand (58%), Disziplin (53%), Fleiß (52%) und Pflichtbewusstsein (51%) eine ebenso wichtige Rolle spielen sollten wie die eher liberalen Werte eines sozialen Miteinanders Ehrlichkeit (74%), Freundlichkeit (59%), Toleranz (46%), Teamfähigkeit (45%) oder Kontaktfähigkeit (44%).

Für Zukunftsforscher Opaschowski deutet die ausgeglichene Balance von Neuem und Bewahrenswertem auf eine Wertesynthese hin. “Das Werteverständnis der Deutschen steht für Wertschätzung und Werterhaltung und sorgt für eine neue Nachhaltigkeit in der Werte- und Erziehungsdebatte. Es kann erhaltend und bewahrend, zögernd und zweifelnd, aber auch offen für Innovation und Wandel sein. Wertewandel ist schließlich ein Prozess, der nie abgeschlossen ist und für ständige Veränderungen in der Wertehierarchie sorgt.“

 

Junge Generation legt mehr Wert auf Durchsetzungsvermögen und Teamfähigkeit

Was die Elterngeneration in der Erziehung für “besonders wichtig“ hält, stimmt nicht in allen Punkten mit den Vorstellungen der jungen Generation überein. Die 14- bis 24-Jährigen würden, hätten Sie heute ein Kind zu erziehen, besonderen Wert auf Selbstständigkeit (64% – übrige Bevölkerung: 59%) legen. Auch Durchsetzungsvermögen (61% - übrige: 49%) und Teamfähigkeit (55% - übrige: 45%) spielen eine deutlich größere Rolle als Erziehungsziel bei den Teens und Twens. Opaschowski: „Die Jugendlichen haben nicht nur ‚weiche‘ Erziehungsziele im Blick. Zwei von fünf Jugendlichen (42%) halten Kritikfähigkeit für besonders wichtig und jeder zweite Jugendliche (51%) legt Wert auf Disziplin. Ich und Wir sollen im Gleichgewicht sein, bei dem sich die Förderung und Forderung von Selbst- und Sozialkompetenzen die Waage halten. Wertorientiert und nicht wahllos sollen Erziehungsziele umgesetzt werden.“

 

Werteexport: Von der Migration der Menschen zur Migration der Werte

Über die erhobenen Daten hinaus erwartet Zukunftsforscher Opaschowski in naher Zukunft einen Werteexport der Zuwanderer nach Deutschland: „Von der Migration der Menschen zur Migration der Werte ist es nicht mehr weit. Nachbarschaftshilfe, familiärer Zusammenhalt, Respekt vor dem Alter und Verantwortung gegenüber der nachkommenden Generation werden wichtiger. Materialistische und individualistische Wertorientierungen werden weniger im Zentrum des Lebens stehen. Konsumorientierte Anspruchshaltungen, das Streben nach Selbstverwirklichung sowie das Recht auf persönliches Glück werden ihre dominante Bedeutung im Leben verlieren. Selbstentfaltungswerte müssen sich wieder mehr im Wettstreit um Gemeinschaftswerte behaupten. Die Zukunft wird sicher keine idealistische Wir-Gesellschaft oder einheitliche Werte-Gemeinschaft sein. Die nächsten Jahre gehören eher einer Gesellschaft mit einer Vielzahl gemeinsamer Wertschätzungen und persönlicher Wertorientierungen. Ein Minimalkonsens für den sozialen Zusammenhalt muss gefunden und überzeugend vermittelt werden, um ein konfliktfreies und friedliches Zusammenleben in Zukunft zu ermöglichen.

TOP Erziehungsziele heute

Studiensteckbrief:

Methode: Ipsos CAPIBUS (Computer Assisted Personal Interviewing), Persönliche Interviews im Haushalt des Befragten

Stichprobe: 1.000 Personen ab 14 Jahren

Grundgesamtheit: Deutschsprechende Bevölkerung in Privathaushalten

Feldzeit: 26. März bis 03. April 2018

 

 

 

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