Studie: Die größten Barrieren bei der Stammzellspende

Etwa 13.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Blutkrebs, für die eine Stammzellspende oft die letzte Chance auf Heilung ist. Mehr als ein Fünftel (22%) der Deutschen im spendefähigen Alter ist bereits in einem der Spendenregister eingetragen, weitere 40 Prozent sind nach eigenen Angaben grundsätzlich bereit, sich registrieren zu lassen. Warum viele von ihnen noch zögern, untersuchten die Auszubildenden zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung der bmk für das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspenderregister in Zusammenarbeit mit Ipsos.

Großes Potenzial möglicher Spender vor allem bei Jüngeren 
Neben den 22 Prozent, die bereits in einem Stammzellspenderregister eingetragen sind oder sogar schon Stammzellen gespendet haben, kommen weitere 40 Prozent der Befragten als potenzielle Spender in Frage. Jeder Zehnte (10%) ist schon heute fest entschlossen, sich registrieren zu lassen,  fast jeder Dritte (30%) ist dazu „vielleicht bereit“. Unter den 18- bis 34-Jährigen ist sogar jeder Vierte (25%) bereits registriert und mit 17 Prozent ein deutlich überdurchschnittlicher Anteil entschlossen, sich registrieren zu lassen. Weitere 28 Prozent sind zur Stammzellspende vielleicht bereit. Das Potenzial möglicher Spender ist bei jüngeren Erwachsenen also besonders groß. 

Angst vor Eingriff das größte Hindernis für Stammzellspende
Drei Viertel (78%) der potenziellen Stammzellspender (entschlossen/vielleicht bereit) äußern jedoch noch Bedenken bezüglich einer möglichen Spende. Dabei geht es meist vor allem um medizinische Aspekte: Die Angst vor dem Eingriff bzw. der Operation wird unter dieser Personengruppe am häufigsten genannt (30%), doch auch die Angst vor Schmerzen (21%) und vor möglichen Spätfolgen (20%) gehören zu den größten Registrierungsbarrieren. Ebenfalls 20 Prozent nennen Bedenken wegen Krankenhauskeimen und 16 Prozent die Befürchtung, dass das eigene Immunsystem nicht stark genug sein könnte. Außerdem wollen 14 Prozent ihrem Körper keine Hormone zuführen, um die Stammzellproduktion anzukurbeln. Das Gefühl, nicht ausreichend informiert zu sein, lässt sogar jeden Vierten (24%) potentiellen Stammzellspender zögern.
 

Stammzellspende Infografik

Weit verbreiteter Informationsmangel über Stammzellspende
Trotz der recht hohen Bereitschaft für eine Registrierung fühlt sich jeder dritte Befragte (33%) wenig bis gar nicht über das Thema Stammzellspende informiert. Demgegenüber stehen nur 24 Prozent, die angeben, sich bereits gut bis sehr gut in diesem Bereich auszukennen. Mehr als vier von zehn Befragten (43%) geben einen mittleren Informationsstand an.  

Entsprechend hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Stammzellentnahme aus dem Rückenmark erfolgt. Selbst eine Mehrheit der nach eigenen Angaben „zumindest etwas Informierten“ ist dieser Überzeugung. Nur jeder Dritte weiß, dass es mehrere Spendenregister (35%) und zwei verschiedene Verfahren (aus der Blutbahn/aus dem Knochenmark) der Stammzellentnahme (31%) gibt. 

Medien wichtigste Informationsquelle über Stammzellspende
Aktuell erreichen Informationen zum Thema Stammzellspende die deutsche Bevölkerung vor allem über klassische Medien wie TV, Radio und Zeitung – sowohl über Beiträge (26%) als auch über dort geschaltete Werbung (22%). Gespräche im Bekannten- und Freundeskreis sind ebenfalls ein häufig genannter Berührungspunkt (22%). Einen Spendenaufruf im eigenen Umfeld hat bereits ein Fünftel der Befragten (20%) mitbekommen. Die sozialen Medien spielen als Informationsquelle über das Thema Stammzellspende dagegen nur eine untergeordnete Rolle (16%). In Anbetracht der vergleichsweise großen Aufgeschlossenheit der jüngeren Altersgruppe gäbe es in diesem Bereich sicherlich noch Entwicklungspotenzial. 

Methodensteckbrief  

Methode: Online-Umfrage mit dem Ipsos Fast Facts Tool
Grundgesamtheit: Deutschsprachige Bevölkerung im Alter von 18 bis 61 Jahren in Deutschland 
Stichprobe: n = 895
Auswahlverfahren: Quotenauswahl repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Region
Befragungszeitraum: 24. März 2021

Über die berufliche Schule für Medien und Kommunikation (bmk)
Die berufliche Medienschule in Hamburg-Wandsbek bildet Auszubildende in den Bereichen Medienwirtschaft und Fremdsprachen aus. Darunter auch seit 2006 Auszubildende für den Beruf „Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung“ (FAMS). Die Schule ist damit einer von sechs Bildungsstandorten in Deutschland und war maßgeblich an der Einführung des Ausbildungsberufs beteiligt.
 

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