Health Service Report 2026 | Ipsos
Health Service Report 2026 | Ipsos

Gesundheitsversorgung: Mehrheit der Deutschen rechnet mit weiteren Verschlechterungen

Der Ipsos Health Service Report 2026 untersucht die Wahrnehmung des Gesundheitssystems und zentrale Gesundheitsprobleme in 32 Ländern

Personalmangel (58 %), lange Wartezeiten beim Zugang zu Behandlungen (51 %) und Bürokratie (36 %) sind aus Sicht der Deutschen die größten Probleme des Gesundheitssystems. Zugleich blickt die Bevölkerung pessimistischer auf die weitere Entwicklung als in jedem anderen untersuchten Land: 54 Prozent erwarten, dass sich die Gesundheitsversorgung vor Ort in den kommenden Jahren verschlechtert, nur 5 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Drei Viertel der Deutschen (75 %) halten das Gesundheitssystem bereits heute für überlastet.
 

Nur gut jeder Fünfte sieht gleiche Versorgungschancen für alle

Nur 36 Prozent der Deutschen bewerten die Gesundheitsversorgung, zu der sie und ihre Angehörigen Zugang haben, als gut. 2018 lag der Anteil noch bei 56 Prozent, 2025 bei 42 Prozent. Knapp ein Viertel (24 %) bewertet die Versorgung aktuell als schlecht.

Auch bei der Gleichbehandlung zeigt sich eine deutliche Schwachstelle: Nur 22 Prozent sind der Ansicht, dass das Gesundheitssystem allen Menschen den gleichen Versorgungsstandard bietet. 59 Prozent widersprechen dieser Aussage – mehr als in jedem anderen Land. Zudem meint rund die Hälfte der Deutschen (51 %), dass sich viele Menschen hierzulande keine gute Gesundheitsversorgung leisten können.
 


 


Psychische Gesundheit gewinnt in Deutschland deutlich an Bedeutung

Kein anderes Gesundheitsthema rückt in Deutschland derzeit so stark ins öffentliche Bewusstsein wie die psychische Gesundheit: 58 Prozent der Deutschen zählen sie zu den größten Gesundheitsproblemen im Land. Damit liegt sie deutlich vor Krebs (35 %), Stress (31 %) und Übergewicht (22 %). Auch im Durchschnitt der 32 untersuchten Länder steht psychische Gesundheit mit 48 Prozent an erster Stelle. Gegenüber 2025 ist der Anteil in Deutschland um 10 Prozentpunkte gestiegen, der stärkste Zuwachs unter den Ländern mit verfügbaren Vorjahresdaten.

88 Prozent der Deutschen halten psychische und körperliche Gesundheit für gleich wichtig, der höchste Wert unter allen untersuchten Ländern. Gleichzeitig meinen 45 Prozent, dass die körperliche Gesundheit im Gesundheitssystem eine größere Bedeutung erhält.

Auch im Alltag beschäftigen sich viele Deutsche mit ihrer Gesundheit: 53 Prozent denken häufig über ihr psychisches Wohlbefinden nach, 70 Prozent über ihr körperliches Wohlbefinden.
 

Studienbericht herunterladen
 

Methode

Dies sind die Ergebnisse der Studie Ipsos Health Service Report 2026, die Ipsos über seine Online-Plattform Global Advisor in 32 Ländern durchgeführt hat. Für die Online-Umfrage wurden zwischen dem 13. Juli und dem 7. August 2026 insgesamt 22.528 Personen befragt. In Deutschland waren die Befragten zwischen 16 und 74 Jahre alt, die Stichprobe umfasste rund 1.000 Personen.

Zu den 31 befragten Ländern gehören neben Deutschland: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Peru, Polen, Rumänien, Schweden, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Thailand, Türkei, Ungarn, USA und Vietnam.

In 18 der 32 befragten Länder ist die Internetdurchdringung so hoch, dass die Stichproben als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung in den untersuchten Altersgruppen angesehen werden können – darunter auch Deutschland.

Die Daten wurden so gewichtet, dass die Stichprobenzusammensetzung jedes Landes das demografische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den jüngsten Volkszählungsdaten bestmöglich widerspiegelt. Der „globale Länderdurchschnitt“ gibt das durchschnittliche Ergebnis aller 32 Länder wieder, in denen die Umfrage durchgeführt wurde. Er wurde nicht an die Bevölkerungsgröße der einzelnen Länder angepasst und stellt kein Gesamtergebnis dar.

Die Genauigkeit der Online-Befragungen von Ipsos wird anhand eines sogenannten Konfidenzintervalls berechnet. Eine Umfrage mit N=1.000 weist eine Genauigkeit von +/- 3,5 Prozentpunkten auf, eine Umfrage mit N=500 eine Genauigkeit von +/- 5,0 Prozentpunkten.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Online-Befragungen und den Online-Panels von Ipsos finden Sie hier. 

Ähnliche Inhalte