Mehrheit setzt auf Demokratie: Deutsche vertrauen demokratischen Regierungen mehr als Autokratien | Ipsos
Mehrheit setzt auf Demokratie: Deutsche vertrauen demokratischen Regierungen mehr als Autokratien | Ipsos

Mehrheit setzt auf Demokratie: Deutsche vertrauen demokratischen Regierungen mehr als Autokratien

Die liberale Weltordnung steht unter Druck, autoritäre Staaten gewinnen zunehmend an Macht. Doch wer löst die Probleme von morgen besser – demokratische oder autokratische Regierungen?

Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage setzt die Mehrheit der deutschen Wahlbevölkerung auf die Demokratie als das zukunftsfähigere Modell. Über Parteigrenzen hinweg überwiegt das Zutrauen in demokratische Lösungen, zugleich bleibt ein beträchtlicher Anteil unentschlossen.

Demokratie bleibt das bevorzugte Zukunftsmodell – parteiübergreifend

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (55 %) ist der Ansicht, dass demokratische Regierungen die Probleme der Zukunft besser lösen können als autokratische Regierungen. Lediglich 9 Prozent sehen Autokratien im Vorteil, 28 Prozent sind unentschlossen.

Über alle Parteigrenzen hinweg überwiegt die Einschätzung, dass demokratische Regierungen eher in der Lage sind, zukünftige Probleme zu lösen. Die Stärke des Zuspruchs variiert jedoch deutlich zwischen den Parteien. Am größten ist das Vertrauen in die Problemlösungskompetenz demokratischer Regierungen bei den Anhängern von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken: 68 Prozent der Unions- und 72 Prozent der SPD-Wähler halten Demokratien für zukunftsfähiger als Autokratien. Auch bei Grünen (75 %) und Linken (72 %) überwiegt der Zuspruch deutlich. In allen vier Lagern ist der Anteil der Skeptiker sehr gering und bewegt sich zwischen 0 (Grüne) und 5 Prozent (SPD).

Unter den Anhängern von AfD und BSW ist das Verhältnis von Zustimmung und Ablehnung ausgeglichener. Zwar liegt in beiden Wählerschaften die Auffassung vorn, dass demokratische Regierungen die Probleme der Zukunft besser lösen können, aber nicht so deutlich wie bei anderen Parteien: Von der AfD-Wählerschaft entfallen 34 Prozent auf Demokratie-Befürworter und 23 Prozent auf Skeptiker, beim BSW sind es 29 bzw. 20 Prozent – die geringste Differenz im Parteienvergleich. Zugleich ist die Unentschlossenheit bei beiden Parteien überdurchschnittlich hoch: Ein Drittel der AfD-Anhänger (34 %) kann sich nicht entscheiden, beim BSW bildet die Gruppe der Unentschlossenen mit 44 Prozent sogar mit Abstand die größte Gruppe.

Höhere Zustimmung im Westen, Ostdeutsche öfter unentschlossen

Zwischen West- und Ostdeutschen zeigen sich nur moderate Unterschiede: In Westdeutschland stimmt eine Mehrheit von 56 Prozent der Aussage zu, dass demokratische Regierungen die Probleme der Zukunft besser lösen können als autokratische. Im Osten liegt dieser Anteil bei 48 Prozent. In beiden Regionen ist der Anteil derjenigen, die dieser Aussage nicht zustimmen, nahezu gleich groß (9 % im Westen, 10 % im Osten). Deutlich größer ist in Ostdeutschland hingegen die Gruppe der Unentschlossenen – 33 Prozent gegenüber 27 Prozent im Westen.

Bildung stärkt das Demokratievertrauen

Über alle Bildungsstufen hinweg herrscht breite Zustimmung darüber, dass demokratische Regierungen die Probleme der Zukunft besser lösen können als Autokratien. Mit steigendem Bildungsgrad wächst jedoch das Vertrauen. Die meisten Befürworter gibt es unter Personen mit hoher Bildung (64 %), die meisten ablehnenden Stimmen unter Befragten mit niedrigem Abschluss (17 % ggü. 7 % bei hoher Bildung). Befragte mit mittlerem Abschluss sind zugleich am häufigsten unentschlossen.

Infografik: Mehrheit der Deutschen setzt auf Demokratie statt Autokratie

Methode

Quotierte Online-Befragung von 1.000 Wahlberechtigten zwischen 18 und 75 Jahren in Deutschland, repräsentativ gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region und Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl. Die Befragung wurde vom 9. bis 11. Januar 2026 durchgeführt.

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