Imageweltmeister: Deutschland erneut auf Platz 1 im Anholt-Ipsos Nation Brands Index 2020

Deutschland behauptet zum vierten Mal in Folge die Spitzenposition im Anholt-Ipsos Nation Brands Index 2020 (NBI), eine Ipsos-Studie in Zusammenarbeit mit Politikberater Anholt, die jährlich das Markenimage von insgesamt 50 Nationen weltweit ermittelt.

Der NBI ermittelt die aktuelle Reputation eines Landes anhand der sechs Teilindizes Exporte, Regierung, Kultur, Menschen, Tourismus und Immigration/Investitionen, die sich wiederum aus 23 verschiedenen Standortfaktoren zusammensetzen. Nach den Jahren 2008, 2014, 2017, 2018 und 2019 wird das Ranking 2020 bereits zum sechsten Mal von der ›Marke Deutschland‹ angeführt. Nur die USA belegten insgesamt sieben Mal die Spitzenposition im Nation Brands Index, rangieren im Jahr 2020 allerdings nur noch abgeschlagen auf Platz 10. 

Made in Germany genießt weltweit großes Vertrauen

Der größte Vorteil Deutschlands liegt vor allem in der konstanten Stärke über mehrere Reputationskategorien hinweg, insbesondere jedoch in den Bereichen Exporte, Regierung, Immigration und Investitionen. 
 

NBI 2020 Infografik


Vor allem der deutsche Arbeitsmarkt, die Qualität deutscher Produkte und die Investitionsattraktivität deutscher Unternehmen werden international sehr positiv wahrgenommen. In allen drei Subkategorien steht Deutschland 2020 im weltweiten Vergleich an erster Stelle. Umgekehrt liegen die relativen Markenschwächen Deutschlands hauptsächlich in den Bereichen Kultur und Menschen - insbesondere bei der Wahrnehmung des kulturellen Erbes und der Gastfreundschaft der Menschen. Eine ausführliche Übersicht aller Stärken und Schwächen der ›Marke Deutschland‹ finden Sie in dieser Infografik.

Eine besonders hohe Wertschätzung genießt Deutschland auch beim Umgang mit der Corona-Krise. Mehr als die Hälfte der Befragten in 20 Ländern beurteilen das Gesundheitsmanagement Deutschlands in der COVID-19-Pandemie als positiv.


Großbritannien und Kanada komplettieren die Top 3

Großbritannien rangiert zum ersten Mal seit 2008 wieder auf dem zweiten Platz, Australien rückt von Rang 10 in 2019 auf den achten Platz vor - ein Rekordhoch für beide Nationen. Kanada nimmt zum zweiten Mal in Folge den dritten Platz im NBI-Ranking ein, während Frankreich, das im vergangenen Jahr auf dem zweiten Rang lag, noch hinter Japan auf den fünften Platz zurückfällt. Ein Rekordtief für die Grande Nation.
 

NBI 2020


Starke Reputationsverluste für China und die USA

Insgesamt gesehen ist das Jahr 2020 durch starke Reputationsverluste der Nationen gekennzeichnet und selbst die Top10-NBI-Länder sind nicht immun gegen die weltweit negative Stimmung in Zeiten der Pandemie. Wenig überraschend sind die USA und China die beiden Nationen mit den deutlichsten Rückgängen im Nation Brands Index. Die Vereinigten Staaten, deren Image sich im letzten Jahr nach einem Einbruch in 2017 wieder stabilisiert hatte, rutschen um vier Positionen auf Platz 10 ab. Vor allem in den Kategorien Regierung, Menschen, Tourismus und Immigration/Investitionen hat das Ansehen der USA zuletzt stark gelitten - allesamt Bereiche, in denen der Ruf der Vereinigten Staaten traditionell gut ist.

China, dessen Reputation in den vergangenen vier Jahren stabil geblieben ist, fällt in diesem Jahr sogar um zwölf Positionen auf Platz 35 zurück - ein Rekordtief für beide Nationen. Auch Chinas Image leidet wie die USA unter massiven Verlusten in den Bereichen Regierung, Menschen, Tourismus und Immigration/Investitionen, was darauf hindeutet, dass beide Länder mit ähnlichen Reputationsproblemen konfrontiert sind, die sich auf Handelsspannungen und den Umgang mit dem Coronavirus zurückführen lassen.
 

Methodenbeschreibung

Die Ergebnisse stammen aus dem »Anholt-Ipsos Nation Brands Index 2020« (NBI) und wurden vom 07.07. bis zum 31.08.2020 erhoben. Bei der Online-Umfrage wurden insgesamt 20.019 Personen aus 20 Ländern ab 18 Jahren interviewt. Es wurde eine Gewichtung der Daten vorgenommen, um die demografischen Merkmale auszugleichen und damit sicherzustellen, dass die Stichprobe die aktuellen offiziellen Strukturdaten der erwachsenen Bevölkerung eines jeden Landes widerspiegelt. Zu den 50 untersuchten Ländern gehören, geordnet nach Regionen:

Westeuropa:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Nordirland, Norwegen, Österreich, Schottland, Schweden, Schweiz, Spanien, Österreich.

Mittel-/Osteuropa:
Polen, Russland, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn

Asien-Pazifik:
Australien, China, Indien, Indonesien, Japan, Neuseeland, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand

Nordamerika:
Kanada, USA

Lateinamerika:
Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Peru

Mittlerer Osten/Afrika:
Ägypten, Botswana, Katar, Kenia, Nigeria, Saudi-Arabien, Südafrika, Vereinigte Arabische Emirate

 

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