Europawahl: Mehrheit der Wähler zeigt Interesse

Der Wahlkampf zur Europawahl läuft und macht sich wie bereits 2009 durch eine großangelegte Wahl-Motivationskampagne bemerkbar. Den Wähler an die Urne zu bringen ist angesichts einer stetig eher sinkenden Wahlbeteiligung das Motto der Stunde. Dabei ist es gar nicht so schlecht bestellt um die Wahl-Motivation. Laut einer aktuellen Umfrage mit dem Ipsos Demokratiepuls geben zwar 42 Prozent der Wahlberechtigten derzeit an, sich „kaum“ für die Europawahl zu interessieren. Demgegenüber steht jedoch eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent bei denen das Votum Interesse weckt.

Politische Positionen erklärungsbedürftig

Dabei wird offensichtlich die steigende Bedeutung, die Entscheidungen auf europäischer Ebene haben, von der Mehrheit der Bevölkerung erkannt. Der Aussage „Die Europawahl ist so unwichtig, dass es keinen Unterschied macht, ob man wählen geht oder nicht“  wird von einer klaren Mehrheit der Deutschen abgelehnt (77%). Lediglich 21 Prozent der Befragten messen ihrer Stimme bei der Europawahl keine Bedeutung zu.

Obwohl das Interesse groß ist, zeigen die Daten auch, dass sich die meisten Deutschen (74%) nicht ausreichend über die politischen Positionen der Parteien informiert fühlen. Nur 25 Prozent glauben, die notwendigen Informationen zu haben, um eine Entscheidung zu treffen. Mehrheitlich wird das in allen Parteianhänger-Gruppen so gesehen.

Jungwähler sehr interessiert an Europa

Überraschenderweise zeigt sich die Gruppe der unter 30-Jährigen deutlich aufgeschlossener als der Durchschnitt, mehr als zwei Drittel (69%) bekunden Interesse an der Europawahl, nur 15 Prozent halten die Wahl für unwichtig.  Allerdings fühlt sich auch jeder fünfte (22%) dieser Altersgruppe nicht ausreichend über die europapolitischen Positionen der Parteien informiert. Interessanterweise gibt dagegen jeder dritte über 60-Jährige an, genügend informiert zu sein.

SPD-Anhänger interessierter als CDU-Gefolgsleute

Während sich fast jeder zweite (46%) der potenziellen CDU-Wähler „kaum“ für die Europawahl interessiert, ist es bei der SPD nur ein Drittel (33%). Dennoch halten die Anhänger beider Lager den Gang zur Urne für wichtig.

Niedrige Schulbildung steht für ablehnende Haltung  gegenüber Europawahl

Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten mit niedrigem Schulabschluss interessiert sich „kaum“ für die Wahl, 30 Prozent halten sie für absolut unwichtig, fühlen sich aber nicht uninformierter über die Aussagen der Parteien als die anderen Bildungsgruppen.
Ipsos-Wahlforscher Dr. Alexander Glantz, „die Parteien dürfen es jetzt nicht versäumen, ihre Positionen klar zu kommunizieren, um das vorhandene positive Wählerpotenzial nicht wieder zu verlieren. Vor allem die jungen Wähler sollten die Wahlbotschaften verstehen.“

Sonntagsfrage

Im Vergleich zum Januar verlieren CDU/CSU leicht und kommen nun auf 41 Prozent der Stimmen (-1%). Die SPD verliert ebenfalls leicht und erreicht 24 Prozent (-1%). Die FDP (4%) und die Grünen (10%) bleiben unverändert. Die Linke kann leicht zulegen (+1) und liegt nun gleichauf mit den Grünen. Die Alternative für Deutschland würde nach unseren Projektionen wie im Monat zuvor mit 5 Prozent den Einzug in den Bundestag schaffen.

Interesse an Europawahl, aber mangelnde Information

 

Steckbrief

Stichprobe: N = 823 im Zeitraum vom 03.02. bis 16.02.2014
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Methode: Telefonische Befragung (CATI)

Ähnliche Inhalte

  • Das Abgeordnetenhaus von Berlin mit Banner zur Wahl am 20. September
    Wahl Umfrage

    Umfrage zur Wahl in Berlin 2026: Das sagen die Zahlen

    Die aktuelle Umfrage zu der Wahl in Berlin im September zeigt: Kurz vor der Abgeordnetenhauswahl gibt es in der Hauptstadt keinen eindeutigen Favoriten. SPD, Grüne, CDU und Linke liegen dicht beieinander und ringen um dieselben Wählergruppen. Was die Zahlen im Detail bedeuten, haben wir uns näher angesehen.
  • Eine junge Frau hält eine Spritze in der Hand und betrachtet diese.
    Healthcare Umfrage

    Studien zur Abnehmspritze: GLP-1 Trends und Insights

    Inzwischen zeigen Studien zur Abnehmspritze – GLP-1-Medikamente haben sich innerhalb weniger Jahre von einer Diabetestherapie zu einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Phänomen entwickelt. Für Unternehmen weit über die Pharmabranche hinaus stellt sich damit eine strategische Frage: Wie verändert diese wachsende Konsument:innengruppe Ernährung, Einkaufsverhalten und Beauty-Routinen?
  • Wie bewerten die Deutschen die Reformpläne der Bundesregierung? Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage halten sich Zustimmung (38 Prozent) und Skepsis (ebenfalls 38 Prozent) die Waage. Ein Drittel der Befragten (33 %) glaubt jedoch, dass am Ende niemand von den Reformen profitieren wird. Nur 16 Prozent sehen Vorteile für alle Seiten.
    Politik Pressemitteilung

    Reformpläne der Bundesregierung spalten Deutschland

    Deutliche Unterschiede zwischen den Parteilagern; jede:r Dritte sieht am Ende nur Verlierer