Politische Meinungslage in Deutschland – September bis Dezember 2025
Politische Meinungslage in Deutschland – aktuelle Analysen
Wie sieht die aktuelle politische Meinungslage in Deutschland aus? Ipsos teilt regelmäßig Erkenntnisse zu Wahlabsichten, Parteibindung & mehr!
Das sind wir
Das Ipsos Institut für Politik- und Sozialforschung ist verantwortlich für Beratung, Konzeption, Datenerhebung, Auswertung, Berichtslegung und Kommunikation von sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekten.
Ipsos gehört zu den wenigen Forschungsspezialisten, die alle gängigen Formen der Datenerhebung und -analyse im eigenen Haus und in nahezu allen Ländern der Welt anbieten können. Dazu gehören Telefonbefragungen, Face-to-Face-Befragungen, Online-Befragungen mit eigenen Panels, Paper-Pencil-Befragungen, (Conjoint-)Experimente und Push-to-Web-Befragungen auf Basis von Registerstichproben ebenso wie Big Data, Social Media Analysen und qualitative Methoden.
Dabei greifen wir auf die Expertise von mehr als 500 Mitarbeiter:innen in Deutschland und mehr als 20.000 Mitarbeiter:innen der globalen Ipsos S.A. Gruppe zurück. Ipsos ist in mehr als 90 Ländern aktiv.
Zu den mehr als 5.000 nationalen und internationalen Kunden von Ipsos zählen politische Stiftungen, Verbände, Unternehmen, Parteien, Non-Profit-Organisationen, Regierungsorganisationen, Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Die Erhebung der politischen Stimmung in einem Land ist wichtig, um das Meinungsbild der Bevölkerung zu erfassen. Sie liefert wertvolle Informationen für Politik und Wirtschaft und schafft Transparenz über aktuelle Anliegen und Bedürfnisse der Bürger:innen.
Die politische Stimmung im Zeitverlauf
Jeden Monat erhebt das Ipsos Institut für Politik- und Sozialforschung die Wahlabsichten und die Zufriedenheit der Wahlberechtigten mit deutschen Politiker:innen, die Wichtigkeit und den Polarisierungsgrad politischer Themen in der Bevölkerung sowie das Wählerpotenzial und die Wählerbindung der im Bundestag vertretenen Parteien.
In unserem Bericht fassen wir die politische Stimmung im Land im Zeitverlauf zusammen. Dieses Mal haben wir die politische Meinung in Deutschland mit besonderem Fokus auf den Zeitraum zwischen September und Dezember 2025 grafisch aufbereitet. Die Daten betrachten somit die Monate nach der Bundestagswahl 2025 und geben einen tiefen Einblick in die politische Stimmung in Deutschland.
Alle Daten wurden von Ipsos in unabhängiger Eigenforschung erhoben und ausgewertet. Informationen zur Methodik sowie alle weiteren Ergebnisse der Studie finden Sie im Bericht.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
Seit der Bundestagswahl im Februar 2025 zeigt sich für die Union aus CDU und CSU ein leichter Abwärtstrend. In der Sonntagsfrage pendelt sie seit einigen Wochen zwischen 23 und 24 Prozent – so niedrig war der Zuspruch zuletzt im April 2022. Der Koalitionspartner SPD stagniert seit der Wahl bei etwa 15 Prozent. Die AfD vermag die aktuelle politische Stimmung hingegen für sich zu nutzen und verzeichnet 2025 einen deutlichen Aufwärtstrend. Nachdem die AfD im April erstmals in einer Wahlumfrage vor der Union lag, diesen Vorsprung in den Folgemonaten jedoch nicht halten konnte, hat sie CDU/CSU im September erneut überholt und ist seither die stärkste politische Kraft im Land. Mit einem Rekordhoch von 26 Prozent baute die AfD den Vorsprung zur Union zuletzt sogar auf drei Prozentpunkte aus. Zu den Profiteuren der aktuellen politischen Meinungslage zählt auch die Linke: Während die Partei zu Beginn des Jahres noch um den Einzug in den Bundestag bangen musste, liegt sie in den letzten Monaten bei 10 bis 12 Prozent, mit zuletzt leicht negativem Trend. Die Grünen rangieren seit der Bundestagswahl auf einem ähnlichen Niveau zwischen 11 und 13 Prozent. Die bei der Bundestagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde gescheiterten Parteien BSW und FDP schaffen es auch in den Folgemonaten nicht, diese Schwelle in den Wahlumfragen zu überschreiten.
Wer wählt die AfD?
Mit Blick auf die Wählerwanderung kann die AfD ihre Wählerschaft am besten binden. 92 Prozent ihrer Wähler:innen von Februar 2025 würden auch heute noch die AfD wählen. Die Union schafft es hingegen nur, zwei Drittel (67 %) ihrer ehemaligen Wähler:innen zu halten – das ist der niedrigste Wert aller im Parlament vertretenen Parteien. 9 Prozent der Unions-Wähler:innen wechselten im Jahresverlauf zur AfD. Die Sozialdemokraten können 71 Prozent ihrer Wähler:innen halten. Der kleinere Koalitionspartner der schwarz-roten Bundesregierung verliert dabei mit 7 Prozent vor allem an die Linke. Linke und Grüne können jeweils 78 Prozent ihrer Wählerschaft an sich binden. 7 Prozent der Grünen-Wähler:innen würden sich heute für die Linke entscheiden, während es in die entgegengesetzte Richtung 4 Prozent sind.
Beim erweiterten Wählerpotenzial verzeichnet die schwarz-rote Koalition im Jahr 2025 einen leichten Abwärtstrend, während die Oppositionsparteien zulegen. Davon profitieren vor allem die Linke und die AfD – insbesondere in Ostdeutschland ist das erweiterte Wählerpotenzial beider Parteien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen (+12 pp bei der Linken und +10 pp bei der AfD).
Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verliert seit der Bundestagswahl stetig an Zustimmung und befindet sich ebenso wie der Regierungschef selbst derzeit in einem Stimmungstief. Seit der Regierungsbildung gelingt es Kanzler Friedrich Merz nicht, eine höhere Zufriedenheit zu erzielen als die schwarz-rote Regierungsmannschaft als Ganzes. Die Zufriedenheit mit Regierung und Kanzler hat im Dezember 2025 ihren Tiefpunkt erreicht und folgt einem ähnlichen Verlauf, wie er schon bei der Ampelkoalition zu beobachten war. Im November fragte Ipsos Wahlberechtigte, für wie wahrscheinlich sie einen erneuten Koalitionsbruch halten. Nur ein Drittel (33 %) hielt ein Scheitern der Regierung für unwahrscheinlich, während 56 Prozent dieses Szenario für wahrscheinlich erachteten. Der Optimismus im Hinblick auf eine stabile Legislaturperiode war unter den Anhänger:innen der Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD deutlich größer als in den Reihen der Oppositionsparteien. Ipsos fragte in derselben Meinungsumfrage zudem, ob die neue Bundesregierung handlungsfähiger sei als die Vorgängerregierung. Trotz Zweifel an der Stabilität der Koalition sah die Hälfte der Deutschen (50 %) die aktuelle schwarz-rote Regierung als handlungsfähiger an, nur ein Drittel (33 %) war gegenteiliger Meinung.
Auch bei der Bewertung der Arbeit der Minister:innen ist die Unzufriedenheit deutlich spürbar. Den Tiefpunkt erreichten die meisten Kabinettsmitglieder im September, anschließend verbesserte sich das politische Stimmungsbild bis November wieder leicht. Im November 2025 war Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der einzige Bundesminister, dessen Bilanz zwischen Zustimmung und Ablehnung ausgeglichen war. Auf dem zweiten Platz im Minister-Ranking lag Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), obwohl nur 13 Prozent der Deutschen mit seiner Arbeit sehr zufrieden waren. Außenminister Johann Wadephul (CDU) komplettiert die Liste der drei beliebtesten Minister. Schlusslicht war Carsten Schneider (SPD): Nur 6 Prozent waren zuletzt mit der Arbeit des Umweltministers sehr zufrieden.
Mit einer Nettozufriedenheit von -33 hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) abseits der Bundesregierung die beste Bilanz im Vergleich mit anderen ausgewählten Parteipolitiker:innen. Auf dem zweiten Platz folgt die Bundessprecherin der AfD, Alice Weidel, mit einer Nettozufriedenheit von -38 – allerdings weist Weidel einen höheren Anteil an „sehr Zufriedenen“ auf als Söder. Den letzten Platz belegt Unionsfraktionschef und ehemaliger Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Nur 4 Prozent der Deutschen waren zuletzt mit seiner Arbeit sehr zufrieden, Spahns Nettozufriedenheit liegt bei -62.
Betrachtet man die politische Meinung der Wahlberechtigten, so wechseln sich steigende Lebenshaltungskosten und Einwanderung als wichtigstes politisches Thema in Deutschland im Jahresverlauf 2025 ab. Aktuell liegen die Lebenshaltungskosten vorn: 15 Prozent der Deutschen nennen die Inflation als wichtigstes Thema, während Migration mit 13 Prozent auf Platz zwei folgt. Die Lage der Wirtschaft konnte in der zweiten Jahreshälfte den dritten Platz (11 %) festigen. Der Klimaschutz hat in den vergangenen zwei Jahren an Priorität verloren: Während das Thema in den Jahren 2023 und 2024 recht konstant unter den Top drei rangierte, liegt es derzeit mit 8 Prozent nur noch auf einem geteilten fünften Platz.
Laut aktueller politischer Meinung in Deutschland unterscheiden sich die für die Menschen wichtigsten Themen jedoch deutlich in ihrem Polarisierungsgrad. Während das Thema „Steigende Lebenshaltungskosten” beispielsweise kaum polarisiert und parteiübergreifend als sehr wichtig empfunden wird, ist das bei anderen Themen nicht der Fall. Ob Klimaschutz oder Einwanderung als wichtig erachtet werden, hängt deutlich stärker von der Parteipräferenz der Befragten ab. So spielt das Thema Klimaschutz insbesondere bei den Unterstützer:innen der Grünen eine Rolle, bei den Anhänger:innen der anderen Parteien jedoch deutlich weniger. Ähnlich sieht es beim Thema Migration aus: Es wird insbesondere von der Wählerschaft der AfD und auch von einem relativ hohen Anteil der Unions-Anhänger:innen als wichtig erachtet.
Welche Themen polarisieren in Deutschland am meisten?
Außerdem wurde untersucht, welchen Parteien die größte Kompetenz für bestimmte Themenbereiche zugeschrieben wird. Nach aktueller politischer Meinung punktet die Union insbesondere auf dem Gebiet Wirtschaft, die AfD liegt beim Thema Einwanderung vorne, die Grünen beim Klimaschutz und die SPD bei den Themen Armut und soziale Ungleichheit.
Als größte Stärke der Bundesregierung wird vor allem der Bereich Verteidigung angesehen. Ipsos hat im Juni die Erwartungen der Deutschen zu ausgewählten Politikfeldern erhoben und im Dezember evaluiert, ob sich nach Einschätzung der Befragten tatsächlich etwas verbessert hat. Die Ergebnisse zeigen, dass die deutsche Bevölkerung unter Schwarz-Rot in nahezu allen wichtigen Bereichen Verschlechterungen sieht. Besonders bei der Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland sind viele enttäuscht: Während im Juni noch 42 Prozent eine Verbesserung erwarteten, sehen im Dezember nur noch 15 Prozent tatsächlich eine Verbesserung. Auch bei sozialen Themen konnte die neue Bundesregierung die bereits geringen Erwartungen nicht erfüllen. Lediglich bei der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr fällt die Bilanz positiv aus, wenngleich der Anteil derjenigen, die im Juni eine Verbesserung erwartet hatten, deutlich höher lag.
Informationen zur Methodik sowie alle weiteren Ergebnisse der Studie finden Sie im Bericht zur "Politischen Meinungslage in Deutschland".
Unsere Umfragen zur politischen Stimmung werden von einem unabhängigen Expertenteam durchgeführt. Wir garantieren Transparenz und Unabhängigkeit.
Um repräsentative Ergebnisse zu erzielen, rekrutieren wir eine nach Alter, Geschlecht und Region quotierte Stichprobe. Die Daten werden zusätzlich nach Alter, Geschlecht, Region, Bildung und bisherigem Wahlverhalten gewichtet.
Jede sozialwissenschaftliche Stichprobe hat eine Schwankungsbreite, die als Stichprobenfehler bezeichnet wird. Unsere Stichproben können eine natürliche Schwankungsbreite von bis zu drei Prozentpunkten aufweisen. Zusätzlich können durch Rundungen Verzerrungen von etwa einem Prozentpunkt auftreten.
Das Themen-Tracking zur Abbildung der politischen Stimmung
Für das Themen-Tracking und die Abbildung der politischen Stimmung wurden 15 Themen zur Auswahl gestellt:
- Klima-, Umwelt- und Artenschutz
- Gesundheit und Pflege
- Arbeitslosigkeit
- Terrorismus und Extremismus
- Lage der Wirtschaft
- Steigende Lebenshaltungskosten
- Kriminalität und innere Sicherheit
- Armut und soziale Ungleichheit
- Staatsfinanzen und Staatsverschuldung
- Diskriminierung von sozialen Gruppen aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Alter, Religion etc.
- Alterung der Gesellschaft
- Abbau der Demokratie und Einschränkung von Bürgerrechten
- Digitalisierung
- Einwanderung nach Deutschland
- Militärische Bündnis- und Landesverteidigung
Für die Darstellung der Ergebnisse haben wir diejenigen Themen ausgewählt, die in mindestens einem Monat als eines der drei wichtigsten Themen bewertet wurden.
FAQ: Politische Stimmung
Was versteht man unter politischer Meinungslage?
Die politische Meinungslage ist das Gesamtbild der Einstellungen, Meinungen und Ansichten der Bevölkerung zu politischen und wirtschaftlichen Themen, Parteien, politischen Entscheidungen und Entwicklungen. Sie spiegelt wider, wie die Bürger:innen politische Sachverhalte bewerten, welche Prioritäten sie setzen und wie sie sich politisch positionieren. Auch Ängste und Sorgen werden im Rahmen der politischen Stimmung erfasst.
Wie wird die politische Stimmung in Deutschland gemessen?
Alle unsere Daten zur politischen Stimmung werden in unabhängiger Eigenforschung erhoben und ausgewertet, wobei die Befragten aus unserem firmeneigenen Online-Access-Panel rekrutiert werden. Unsere Feldarbeit ist nach ISO 9001, ISO 20252 und ISO 27001 zertifiziert. Die Zahlen der Sonntagsfrage basieren auf Projektionen, die die erhobenen und gewichteten Daten, die Wahlwahrscheinlichkeiten und Experteneinschätzungen einbeziehen, um das mögliche Wahlergebnis bei einer Bundestagswahl am nächsten Sonntag abschätzen.
Hat die politische Meinung in Deutschland einen Einfluss auf die Regierungsbildung?
Welche Parteien im Bundestag die Mehrheit erhalten und damit eine Regierung bilden können, wird durch die Wahlergebnisse bestimmt, die direkt von der politischen Stimmung im Land beeinflusst werden. Unterschiede in den politischen Einstellungen lassen sich häufig entlang demographischer Linien wie Alter, Geschlecht, Bildungsniveau und geographischer Lage beobachten.
Wie hat sich die politische Stimmung in Deutschland in den letzten Jahren verändert?
Die politische Stimmung wurde in den letzten Jahren stark von globalen Themen wie Klimawandel, Inflation oder Zuwanderung geprägt. Zudem beobachten wir eine zunehmende Fragmentierung des Parteiensystems. Die traditionelle Bindung an die großen Volksparteien CDU/CSU und SPD hat abgenommen, wodurch die politische Stimmung dynamischer und volatiler geworden ist.
Wo finde ich aktuelle Informationen von Ipsos zur politischen Stimmung in Deutschland?
Aktuelle Informationen und Analysen zur politischen Stimmung in Deutschland veröffentlichen wir regelmäßig auf unserer Website. Eine große Sammlung interessanter Themen und fundierter Experteneinschätzungen finden Sie auch in unserem Blog.
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