Acht globale Trends: So ticken die Menschen in Deutschland und der Welt

Hamburg, 26. Juni 2017. Die Sozialforscher des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos identifizieren in einer großangelegten Studie acht globale Trends. Basierend auf 18.000 Interviews in 23 Ländern lassen sich folgende Entwicklungen erkennen: In westlich geprägten Ländern gibt es eine Krise der Eliten und eine Kluft zwischen den Generationen in Bezug auf ihre Chancen. Den Kampf um Aufmerksamkeit sehen wir hingegen überall auf der Welt.

Bei nur begrenzter Zeit sehen sich die Konsumenten aus allen Richtungen mit Informationen bombardiert. Eine Reaktion darauf ist die Suche nach Einfachheit und Kontrolle. Auch die eigene Gesundheit ist Teil davon. Ein geringerer Lebensstandard und Zukunftspessimismus führen dazu, dass Unsicherheit das neue Normal ist und die Bedeutung von Traditionen wächst. Auch der Ort, von dem aus man diese Entwicklungen betrachtet, spielt eine Rolle: Zwischen den Ländern des Westens und dem Rest der Welt existiert eine große Optimismus-Lücke.

Große Ungleichheiten sind schlecht für die Gesellschaft

Auch in Deutschland zeigen sich diese Trends: Mehr als drei Viertel (77%) sagen, dass die Wirtschaft so beschaffen ist, dass vor allem die Reichen und Mächtigen davon profitieren. Und neun von zehn Befragten (89%) empfinden große Einkommens- und Wohlstandsunterschiede als Gefahr für die Gesellschaft – mehr als in jedem anderen Land der Erde.

Trotz der unzähligen Möglichkeiten heutzutage fühlen sich weniger als vier von zehn Personen (37%) von den zu treffenden Entscheidungen überfordert. Damit kommen die Menschen in Deutschland mit der wachsenden Komplexität besser zurecht als anderswo.

Ein Leben ohne Internet ist nicht mehr möglich

Die steigende Komplexität hängt auch mit der rasanten technischen Entwicklung zusammen: Knapp drei Viertel (73%) der Deutschen können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Das verändert auch die Kommunikation der Menschen untereinander. Dennoch hat nur jeder Fünfte (22%) das Gefühl, ausschließlich über das Internet zu kommunizieren – weniger als in allen anderen Ländern.

Diesen schnellen Wandel bewerten die Menschen in Deutschland sehr unterschiedlich: Während sich 46 Prozent wünschen, dass das Land wieder mehr so wäre, wie es früher war, hoffen das genauso viele (45%) nicht.

Privates Glück ist wichtiger als die Karriere

Um den neuen Herausforderungen zu begegnen, ist den meisten Menschen (88%) eine bessere Work-Life-Balance wichtiger als eine erfolgreiche Karriere – in diesem Punkt steht Deutschland auf Platz 1. Dafür glaubt nur eine Minderheit (9%), dass sie im Alter ein angenehmeres Leben führen kann als ihre Eltern. In keinem anderen Land ist dieser Wert so niedrig.

 

Weitere Informationen zu der großen Studie „Ipsos Global Trends“ gibt es auf der Website ipsosglobaltrends.com. Dort finden Sie eine einmalige Fülle an Daten zu Gesellschaft und Konsumenten.

 

 

Global Trends 2017

 

Steckbrief

Im Rahmen der Studie „Global Trends“ wurden insgesamt 18.180 Interviews mit Personen zwischen 16 und 64 Jahren durchgeführt (USA und Kanada: 18-64).

Feldzeit: 12. September bis 11. Oktober 2016.

Diese Studie wurde über das Ipsos Online Panel in insgesamt 23 Ländern durchgeführt: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Spanien, Südafrika, Südkorea, Schweden, Türkei, USA. Die Daten wurden anhand der jeweils aktuellsten Zensusdaten nach demographischen Merkmalen gewichtet, um eine Annäherung an die Grundgesamtheit zu gewährleisten.

Brasilien, China, Indien, Mexiko, Peru, Russland, Südafrika und die Türkei haben eine niedrigere Internetdichte und repräsentieren bei dieser Online-Umfrage daher die Bevölkerung in eher urbanen Gebieten mit höherer Bildung und höherem Einkommen als die Gesamtbevölkerung.

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