Für wie wahrscheinlich halten die Deutschen einen Krieg mit Russland? Laut einer Umfrage von Ipsos gehen 27 Prozent davon aus, dass es in den nächsten sechs Monaten zu militärischen Auseinandersetzungen kommen wird.
Für wie wahrscheinlich halten die Deutschen einen Krieg mit Russland? Laut einer Umfrage von Ipsos gehen 27 Prozent davon aus, dass es in den nächsten sechs Monaten zu militärischen Auseinandersetzungen kommen wird.

Ein Viertel der Deutschen hält Krieg mit Russland für wahrscheinlich

In den letzten Wochen wurden sowohl im NATO-Luftraum als auch über Deutschland vermehrt Drohnen unbekannter Herkunft gesichtet. Diese Entwicklung weckt Sorgen über eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Russland. Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage halten 27 Prozent der Deutschen es für wahrscheinlich, dass es in den nächsten sechs Monaten zu einer mit Waffen ausgetragenen Auseinandersetzung kommt. 61 Prozent der Befragten halten ein solches Szenario hingegen für unwahrscheinlich.

BSW-Anhängerschaft schätzt Kriegsgefahr am höchsten ein

Die Wahrscheinlichkeit einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Russland wird von den Wähler:innen von Union, SPD, Grünen und Linken ähnlich eingeschätzt. In diesen Wählergruppen hält jeweils ein Viertel der Befragten (zwischen 23 % und 28 %) einen Krieg mit Russland in den nächsten sechs Monaten für wahrscheinlich, während zwei Drittel (zwischen 61 % und 68 %) ihn für unwahrscheinlich halten.

Unter den Parteianhänger:innen der AfD befürchten 31 Prozent einen baldigen militärischen Konflikt mit Russland – eine knappe Mehrheit von 57 Prozent glaubt nicht daran. Allein bei der Wählerschaft des BSW halten sich Kriegsangst (41 % wahrscheinlich) und Optimismus (40 % unwahrscheinlich) etwa die Waage.
 


 

Frauen und Jüngere halten Krieg für wahrscheinlicher als Männer und Ältere

Deutlich mehr Frauen als Männer machen sich Sorgen über eine kriegerische Auseinandersetzung mit Russland. Während nur 21 Prozent der männlichen Befragten einen Krieg für wahrscheinlich halten, sind es bei den weiblichen Befragten 33 Prozent. Umgekehrt geben 69 Prozent der Männer, aber nur 53 Prozent der Frauen an, nicht an einen baldigen Konflikt mit Russland zu glauben. Beim Anteil derer, die einen Krieg explizit für „sehr unwahrscheinlich” halten, beträgt der Unterschied zwischen den Geschlechtern ganze 21 Prozentpunkte (Männer: 35 %, Frauen: 14 %).

Neben Parteiaffinität und Geschlecht spielt auch das Alter eine Rolle bei der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Krieges mit Russland. Mit zunehmendem Alter sinkt die Sorge vor einer militärischen Auseinandersetzung. So halten nur 18 Prozent der 60- bis 75-Jährigen einen Krieg für wahrscheinlich, während es bei der mittleren Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen mehr als ein Viertel (26 %) sind. Unter den jüngeren Befragten im Alter zwischen 18 und 39 Jahren liegt dieser Anteil sogar bei 35 Prozent – fast doppelt so hoch wie bei den älteren Befragten.
 


 

Methode

Quotierte Online-Befragung von 1.000 wahlberechtigten Personen im Alter von 18 bis 75 Jahren in Deutschland, repräsentativ gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region und Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl. Die Befragung wurde vom 2. bis 3. Oktober 2025 durchgeführt.

Ähnliche Inhalte

  • Gesundheit für alle? | Ipsos
    Gesellschaft Umfrage

    Gesundheit für alle?

    Ergebnisse der zum zweiten Mal durchgeführten Studie der Aktion Mensch in Zusammenarbeit mit Ipsos.
  • Wie sollte das Steuersystem in Deutschland reformiert werden? Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage bevorzugen 55 Prozent Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen, auch wenn dafür sehr hohe Einkommen und große Vermögen stärker belastet werden.
    Steuern Pressemitteilung

    Steuerreform: Mehrheit befürwortet höhere Abgaben für Spitzenverdiener und große Vermögen

    Aktuell wird in Politik und Wirtschaft intensiv über Steuerreformen diskutiert, um Haushaltsdefizite zu schließen und Bürger:innen gezielt zu entlasten. Vor diesem Hintergrund hat Ipsos 1.000 Wahlberechtigte in Deutschland zu verschiedenen Reformoptionen befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: 55 Prozent befürworten spürbare Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen, auch wenn dafür sehr hohe Einkommen und große Vermögen stärker belastet werden.
  • Wie glücklich sind die Deutschen? Laut einer Ipsos-Umfrage zum Weltglückstag bezeichnen sich aktuell 72 Prozent in Deutschland als glücklich – ein Plus von 8 Prozentpunkten gegenüber 2025.
    Gesellschaftliche Trends Pressemitteilung

    Weltglückstag 2026: Deutsche glücklicher als im Vorjahr

    Anlässlich des Weltglückstags am 20. März veröffentlicht Ipsos seinen Happiness Report 2026. Seit 15 Jahren untersucht Ipsos das Glücksempfinden weltweit und hat dafür in diesem Jahr mehr als 23.000 Personen in 29 Ländern befragt. In Deutschland bezeichnen sich aktuell 72 Prozent der Befragten als glücklich – ein Plus von 8 Prozentpunkten gegenüber 2025. Dennoch liegen die Werte unter dem Niveau von vor 15 Jahren, als der erste Ipsos Happiness Report erschien. Den Tiefstwert markierte das Jahr 2025 mit 64 Prozent, den Höchstwert das Jahr 2019 mit 78 Prozent.