Neurowissenschaftlichen Ansätzen wird große Relevanz bestätigt

Hamburg, 11. Dezember 2018. Neurowissenschaftliche Methoden haben in der Marktforschung in den letzten Jahren eine stetige Weiterentwicklung erfahren. Zahlreiche Messverfahren ermöglichen es den Forschern, unbewusste Reaktionen von Konsumenten sichtbar zu machen und damit dem Marketing wertvolle Insights zu liefern. Viele betriebliche Marktforscher sehen diese Entwicklung positiv. So ist fast jeder Befragte (90%) einer Ipsos-Besucherumfrage auf der diesjährigen Marktforschungsmesse Research & Results der Meinung, dass neurowissenschaftliche Methoden Insights liefern können, die andere Methoden nicht bieten. Eine große Mehrheit (86%) hält sie für notwendig, um „unsere komplexe Welt besser verstehen zu können“.

Neurowissenschaftlichen Ansätzen wird große Relevanz bestätigt

Trotz angegebener Relevanz noch wenig etabliert

Alle abgefragten Ansätze werden mehrheitlich als relevant für das eigenen Unternehmen bezeichnet, wobei den bekannteren Methoden Facial Coding und Eyetracking sogar von jeweils zwei Drittel der befragten Marktforscher eine hohe Relevanz bescheinigt wird. Dennoch sind die wirklichen Anwender noch in der Minderheit. Nur 35 Prozent nutzen neurowissenschaftliche Methoden bereits in ihrem Unternehmen und auch hier, bei den realen Anwendungen, sind Facial Coding und Eyetracking am stärksten verbreitet, während Voice Analytics, Biometrics und EEG noch selten zur Anwendung kommen. Eine Mehrheit von 57 Prozent nutzt Neuroscience (noch) nicht. Hier spielen vor allem Kostenaspekte eine Rolle, aber offenbar auch eine gewisse Unkenntnis. Nicht-Nutzer geben an, sich noch keine Gedanken gemacht zu haben, es gebe wenig brauchbare Tools, es sei noch zu neu, sie wüssten wenig darüber. Darüberhinaus sind von allen Befragten fast neun von zehn (88%) der Meinung, dass der Einsatz neurowissenschaftlicher Ansätze eine umfassende Beratung durch Experten erfordert.

Großes Interesse an Neuro-Tools

Aber das Interesse ist groß. Von denjenigen, die Neuro-Ansätze noch nicht verwenden, würden 79 Prozent diese gern einmal ausprobieren. Und insgesamt sind sich 61 Prozent sicher, in den nächstes 12 Monaten neurowissenschaftliche Methoden in ihrem Unternehmen einzusetzen. Denn drei Viertel (74%) der Befragten sind davon überzeugt, dass diese sich als etablierte Methoden immer weiter durchsetzen werden und fast jeder (92%) glaubt, dass dieser Forschungsbereich durch technologische Entwicklungen effizienter und günstiger wird.

 

Diana Livadic, Neuro-Expertin bei Ipsos, sieht ebenfalls eine steigende Nachfrage nach Forschung, die über klassische Befragungen hinausgeht. „Daher investieren wir in die Entwicklung von Ansätzen, Analysen und den passenden KPIs. Dank Machine Learning haben wir heute viele Möglichkeiten, schnell und effizient Insights zu erhalten, die Antworten liefern auf eine ganze Bandbreite von Fragen aus den Bereichen Markenwert, Media- und Werbetests,  Packungsdesign und Produkterfahrung bis hin zu Shopperthemen.“