Mikroplastik: Bürger fordern mehr Engagement von der Politik

Plastikmüll in den Weltmeeren ist das zentrale Thema des kurz bevorstehenden G20-Gipfels im japanischen Osaka. Geht es nach der Meinung der deutschen Bevölkerung, so sollte der Kampf gegen Mikroplastik mehr unterstützt werden – vor allem seitens der Politik. Acht von zehn Bürgern fordern, die Politik solle sich stärker gegen die Verwendung von Plastikverpackungen einsetzen.

Dies zeigt die aktuelle Online-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos in Kooperation mit den Auszubildenden der Markt- und Sozialforschung der Medienschule Hamburg. Am vehementesten fordern Höhergebildete (85%) und ältere Befragte zwischen 50 und 70 Jahren (86%) eine stärkere Einmischung der Politik bei diesem Thema.

Deutsche fordern Verbot von Mikroplastik
Bisher ist der Verzicht von Mikroplastik für Unternehmen in Deutschland freiwillig. Das geht der Mehrheit der Befragten nicht weit genug. Gut zwei Drittel (68%)  fordern, dass der Einsatz von Mikroplastik in Produkten verboten werden sollte.

Mehrheit für Kennzeichnungspflicht
Jeder zweite (57%) Konsument  möchte mehr zum Thema Mikroplastik aufgeklärt werden. Dieses Bedürfnis nach mehr Informationen endet nicht beim Produktkauf. Acht von zehn Befragten 80%) fordern, dass Produkte, die Mikroplastik enthalten, gekennzeichnet werden müssen. Denn am Einkaufsort findet offenbar  am wenigsten Aufklärung statt. Nur eine kleine Minderheit gibt an, durch Informationen am Produkt (6%), über Produkthersteller (4%) oder über den Einzelhandel (3%) über Mikroplastik informiert worden zu sein.

Acht von zehn sehen Gesundheitsrisiken bei den Informierten
Nur gut jeder vierte (27%) Bundesbürger gibt an, gut bis sehr gut über Mikroplastik informiert zu sein. In dieser Gruppe gibt es die größten Bedenken. Fast jeder der gut Informierten (92%) sieht die Tier- und Pflanzenwelt durch Mikroplastik bedroht. Eine beinahe ebenso große Mehrheit (91%) stimmt der Aussage zu, dass sich der Umgang mit Plastik entscheidend auf nächste Generationen auswirkt. Ein Großteil (83%) sieht Mikroplastik zudem als eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit. Fast ein Viertel der gut Informierten (72%) vermeidet Plastik bereits, soweit wie möglich. Weitere 40 Prozent meiden Produkte, in denen Mikroplastik enthalten ist. Allgemein zeigt sich, je höher die Kenntnis über Mikroplastik, umso stärker also auch die Bereitschaft, etwas zu tun.

 

Info-Grafik: Mikroplastik
 

Methodensteckbrief
Methode: Online Mehrthemenumfrage im Ipsos i:omnibus
Grundgesamtheit: Internetnutzer der deutschen Bevölkerung zwischen 16 und 70 Jahren
Stichprobe: n = 1.081
Feldzeit: 22.03. – 25.03.2019

Über Ipsos
Ipsos ist ein unabhängiges und innovatives Markt- und Meinungsforschungsinstitut. In einer sich immer schneller verändernden Welt ist es unsere Aufgabe, unsere Kunden mit präzisen und umsetzbaren Analysen bei ihrer Veränderung zu unterstützen. Dabei orientieren wir uns an den »4S«: Security, Simplicity, Speed und Substance. Um unseren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, haben wir die große Bandbreite unserer Expertise in 17 Service Lines zusammengefasst. Und das in 89 Ländern auf allen Kontinenten. In Deutschland beschäftigen wir über 750 Mitarbeiter in Hamburg, Mölln, München, Nürnberg, Frankfurt und Berlin.

Über die Berufliche Schule für Medien und Kommunikation Hamburg (BMK)
Die seit 1952 bestehende Schule bildet in den Bereichen Werbe-, Verlags- und Medienwirtschaft, sowie seit 2006 auch in dem Bereich Markt- und Sozialforschung aus. Die Schule ist einer von fünf Bildungsstandorten in Deutschland, die den Ausbildungsberuf Fachangestellter für Markt und Sozialforschung (FAMS) anbieten.

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