Stimmung der Deutschen auf dem Tiefpunkt, Sorge vor Krieg und Inflation nimmt deutlich zu
Die Ergebnisse stammen aus der Ipsos-Studie „What Worries the World“, für die jeden Monat über 24.000 Menschen in 30 Ländern zu ihren größten Sorgen befragt werden.
- Internationaler Vergleich: Nur in Frankreich (91 %) und Peru (89 %) halten mehr Menschen den Kurs ihres Landes für falsch als in Deutschland (82 %); der globale 30-Länder-Durchschnitt liegt bei 62 Prozent. Die Befragten in Singapur sind derzeit am zufriedensten: 78 Prozent sehen dort ihr Land auf dem richtigen Weg.
Soziale Ungleichheit, steigende Preise, militärische Konflikte: die größten Sorgen der Deutschen
Spürbare Verschiebungen zeigen sich auch bei den wichtigsten Sorgen der Deutschen. Die Sorge vor Armut und sozialer Ungleichheit ist gegenüber dem Vormonat um 3 Prozentpunkte gestiegen und steht nun an erster Stelle im Sorgenbarometer: 36 Prozent der Deutschen zählen dieses Thema zu den drängendsten Anliegen im Land – der fünfhöchste Wert im internationalen Vergleich. Auch die Sorge vor Inflation nimmt zu und liegt nun bei 31 Prozent, ebenfalls ein Plus von 3 Prozentpunkten. Global bleibt sie Sorge Nummer eins: Weltweit stuft inzwischen jede:r dritte Befragte (33 %) steigende Preise als zentrales Problem ein – ein Anstieg um 4 Prozentpunkte gegenüber März.
Seit Ausbruch des Iran-Kriegs hat die Sorge vor militärischen Konflikten in Deutschland deutlich zugenommen und erreicht – wie die Inflation – 31 Prozent, 8 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Höher ist die Besorgnis nur in Polen (47 %) und Israel (36 %).
- Auch weltweit zeigt sich ein ähnliches Bild: In zahlreichen Ländern hat die Sorge vor militärischen Konflikten im Vergleich zur letzten Messung drastisch zugenommen: Großbritannien (+18 pp), Australien (+16 pp), USA und Italien (+15 pp), Spanien und Südkorea (+14 pp) sowie Polen, die Niederlande und Irland (+10 pp).
Im Lichte dieser Entwicklung sind zwei weitere Themen etwas in den Hintergrund gerückt: Aktuell macht die Einwanderung nur noch 29 Prozent der Deutschen Sorgen – 4 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und 13 Prozentpunkte weniger als vor zwölf Monaten. Kriminalität und Gewalt, jetzt auf Platz fünf des Sorgenbarometers, beunruhigen 24 Prozent der Bundesbürger:innen. Gegenüber der letzten Erhebung ist das ein Rückgang um 8 Prozentpunkte. Deutlich zugelegt hat dagegen die Sorge wegen Steuern: Sie wird mittlerweile von jedem fünften Deutschen (20 % | + 5 pp) geäußert. Damit überholt die Steuerlast Themen wie die zunehmende Gefahr durch Extremismus (18 %) und den Klimawandel (16 %).

Methode
Die Ergebnisse stammen aus der monatlich von Ipsos durchgeführten Tracking-Studie „What Worries the World“. Für die Online-Umfrage wurden zwischen dem 20. März und dem 3. April 2026 insgesamt 24.032 Personen in 30 Ländern über das Ipsos Online Panel System befragt. In Deutschland waren die Befragten zwischen 16 und 74 Jahre alt, die Stichprobe umfasste rund 1.000 Personen.
Zu den untersuchten Ländern gehören: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Irland, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Polen, Schweden, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Thailand, Türkei, Ungarn und USA.
In 18 der 30 befragten Länder ist die Internetdurchdringung so hoch, dass die Stichproben als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung in den untersuchten Altersgruppen angesehen werden können – darunter auch Deutschland.
Die Daten wurden so gewichtet, dass die Stichprobenzusammensetzung jedes Landes das demografische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den jüngsten Volkszählungsdaten bestmöglich widerspiegelt.
Weiterführende Informationen zur Methodik sind im Studienbericht zu finden.