Thüringer lieben Familie und Heimat

Die Thüringer haben unter allen Bundesdeutschen den engsten Kontakt zur Familie. Zudem leben sie stärker als andere gern in ihrem eigenen Bundesland. Sie leben mehr mit der Natur und friedlich mit anderen Menschen als Bewohner anderer Bundesländer. Allerdings kann sich nur jeder fünfte materielle Wünsche erfüllen. Dieses sind die prägnantesten Ergebnisse des Nationalen WohlstandsIndex für Deutschland (NAWI-D), den das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos speziell für das Bundesland Thüringen neu ausgewertet hat.

Für die Thüringer sind sowohl der gute Kontakt zur Familie als auch die Möglichkeit dort zu leben, wo man es möchte, im Vergleich zu Bürgern in allen anderen Bundesländern besonders starke Voraussetzungen dafür, um in Wohlstand leben zu können. „Und diese Voraussetzungen werden tatsächlich für die Mehrzahl der Thüringer erfüllt vier von fünf Thüringern haben gute Kontakte zur Familie und zwei von drei leben dort, wo sie es möchten“, so Hans-Peter Drews von Ipsos.

Neben dem ausgeprägten Familiensinn geben sieben von zehn Thüringern an, für andere da zu sein. Im Bundesdurchschnitt behaupten das nur 5 von 10 von sich.  Und eine deutliche Mehrheit der Thüringer sieht einen Sinn in ihrem Beruf oder anderer Beschäftigung. Auch in dieser Einschätzung liegt Thüringen im bundesdeutschen Vergleich im Spitzenfeld. „Auf einer Skala der inneren Harmonie wären die Thüringer in Deutschland ganz weit oben zu finden“, so Hans-Peter Drews  weiter.

 

Gesellschaftlicher Wohlstand in Thüringen sehr ausgeprägt

Ipsos fasst diese Punkte unter der Dimension „Individueller Wohlstand“ zusammen. Eine weitere Dimension, in der Thüringen recht gut abschneidet, ist der „Gesellschaftliche Wohlstand“. Hierunter fällt zum Beispiel der Aspekt, in Frieden mit den Mitmenschen leben zu können. Dass können 82 Prozent der Thüringer von sich sagen. Dies ist wiederum der beste Wert im Vergleich der Bundesländer. Bei anderen Aspekten des gesellschaftlichen Wohlstands fällt Thüringen hingegen ab. Lediglich jeder zehnte (11%) Thüringer sagt , dass er Kontakt zu Menschen aus anderen Kulturen hat. Auch, wenn es um den Kontakt zu Menschen geht, denen es gut geht, findet sich Thüringen am unteren Ende des Bundesländerranking wieder. Fasst man alle Punkte des Ipsos NAWI-D zum gesellschaftlichen Wohlstand zusammen, kommt Thüringen mit 59 Prozent hinter Hamburg (63%) und Bayern (62%) auf einen stolzen dritten Platz.

Zwiegespaltenes Bild beim ökonomischen Wohlstand

Eine weitere Dimension im NAWI-D bildet der „Ökonomische Wohlstand“. Dieser ist in Thüringen insgesamt (31%) vergleichbar mit den weiteren ostdeutschen Bundesländern – hier ist der Unterschied zu den „alten Bundesländern“ jedoch auch am stärksten zu beobachten.

Besonders fällt beim ökonomischen Wohlstand auf, dass lediglich 22 Prozent der Thüringer angeben, sich ihre materiellen Wünsche erfüllen zu können. Dies ist der drittschlechteste Wert unter den 16 Bundesländern. Positiv kann man in Thüringen jedoch verzeichnen, dass jeder Zweite (52%) angibt, Eigentum zu besitzen. Das ist der viertbeste Wert überhaupt und der mit Abstand beste im Vergleich der ostdeutschen Bundesländer.

Thüringen führt den ökologischen Wohlstand an

Auch ökologische Komponenten prägen für die Deutschen den Wohlstand mit. Die vierte Dimension „Ökologischer Wohlstand“ ist in Thüringen mit 43 Prozent am stärksten ausgeprägt. Im Bundesdurchschnitt misst der NAWI-D nur einen Wert von 28 Prozent.

So sagen 47 Prozent der Thüringer, dass sie mit der Natur leben, soviel wie in keinem anderen Bundesland. Des Weiteren leben 51 Prozent nach eigener Aussage umweltbewusst und 31 Prozent geben an,  in einer Welt leben, die gut mit der Natur umgeht. „Diese Werte mögen absolut gesehen noch nicht befriedigen, sie nehmen aber im Bundesländer-Vergleich Spitzenstellungen ein“, so Hans-Peter Drews von Ipsos.

Auffallend ist, dass die thüringer Frauen jeweils mit ca. 10 Prozentpunkten mehr angeben, dass die Aussagen zu den ökologischen Aspekten auf sie zutreffen. Der ökologische Wohlstand der Thüringer deckt sich auch mit dem formulierten Wohlstandsverständnis: Umweltbewusst (38%) und mit der Natur zu leben (42%) ist den Thüringern wichtiger als den Menschen in den anderen Bundesländern.

Gesamt NAWI-D für Thüringen im Osten am höchsten

Im Gesamt NAWI-D, also dem Gesamtergebnis aus den vier Dimensionen individueller, gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Wohlstand, liegen westdeutsche Bundesländer und Berlin auf den vorderen Plätzen. Insbesondere der deutlich höhere ökonomische Wohlstand ist hierfür verantwortlich. Thüringen folgt als stärkstes ostdeutsche Flächenland auf Platz 11. Getrieben vom hohen individuellen und ökologischen Wohlstand kann Thüringen den Abstand zu vielen westdeutschen Ländern gering halten. Bis auf Mecklenburg-Vorpommern fallen die übrigen ostdeutschen Flächenländer deutlich ab.

„Thüringen liefert somit ein gutes Beispiel dafür, dass Wohlstand und Wohlergeben nicht ausschließlich von ökonomischen Größen bestimmt werden“, so Hans-Peter Drews, „ und stützt damit auch das Konzept des NAWI-D von Ipsos. Das Vorgehen berücksichtigt Dimensionen, die für die Deutschen subjektiv gesehen wichtig sind und aggregiert die Meinung der Einzelnen zu umfassenden Wohlstands-Kenngrößen“.

Thüringer: Guter Kontakt zur Familie

 

Steckbrief

Seit Frühjahr 2012 konzipiert Ipsos Observer gemeinsam mit Zukunftsforscher Prof. Dr. Horst W. Opaschowski ein neues Wohlstandsbarometer als Basis für einen umfassenden Nationalen WohlstandsIndex für Deutschland (NAWI-D).

Basis: 16.000 Personen ab 14 Jahren, davon 451 Befragte in Thüringen.
Persönliche Omnibusbefragung mit CAPI – Computer Assisted Personal Interviewing.
Feldzeit: Juni 2012 bis März 2014.

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