Aktive Twitterer: Wie eine laute Minderheit das Stimmungsbild prägt

Nicht nur für Journalisten ist Twitter zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Auch Politiker richten sich nach diesem vermeintlichen Stimmungsbarometer öffentlicher Meinung. Damit orientieren sie sich jedoch oftmals an der Realität vorbei. Denn die Meinungsbilder auf Twitter werden überwiegend von Menschen gestaltet, die sich auf vielen Ebenen von der durchschnittlichen internetnutzenden Bevölkerung unterscheiden.

Aktive Twitterer: Wie eine laute Minderheit das Stimmungsbild prägt

Autor(en)

  • Daniela Kossatz Ipsos Public Affairs, Germany
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Dies bestätigt eine Studie des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg, die Ipsos Public Affairs im März 2017 durchführte. Ziel der Untersuchung war die Ermittlung soziodemographischer, politischer und persönlichkeitsbezogener Indikatoren, die Aufschluss darüber geben, inwiefern sich Menschen, die regelmäßig privat twittern, von der deutschen „Normalbevölkerung“ unterscheiden.

Twitterer sind jünger und höher gebildet und eher männlich als der Durchschnitt der Internetnutzer

Die Befunde deuten darauf hin, dass sich aktive Twitterer in demographischer, politischer und vor allem hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsmerkmale vom Durchschnitt der Internetnutzer unterscheiden: So zeigt sich, dass die aktiven Twitterer ein wenig jünger als die Gesamtheit der erwachsenen Internetnutzer in Deutschland sind, einen höheren Männeranteil aufweisen und deutlich höher formal gebildet sind.

Twitterer sind extrovertierter und selbstgefälliger

Im Hinblick auf Persönlichkeitseigenschaften wird das Stimmungsbild auf Twitter von Charakteren geprägt, die höhere Werte in der Tendenz zum Narzissmus aufweisen, die persönlichkeitsstärker, extrovertierter und weniger ängstlich sind als der durchschnittliche Onliner.
Als Stimmungsbarometer für die Belange der Gesamtbevölkerung erscheint der Kurzmitteilungsdienst demnach eher ungeeignet.

 

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  • Daniela Kossatz Ipsos Public Affairs, Germany

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