Gesundheitsprobleme während der Pandemie: Deutsche leiden an Bewegungsmangel und Schlaflosigkeit

Jeder vierte Deutsche (25%) gibt an, sich infolge der COVID-19-Pandemie nicht ausreichend zu bewegen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos, die vom 07. bis 10. Mai 2020 in 16 Ländern durchgeführt wurde. Weltweit leidet derzeit sogar etwa ein Drittel der Befragten an Bewegungsmangel. Vor allem in Ländern, in denen wegen der Corona-Krise restriktive Maßnahmen oder sogar strenge Ausgangssperren verhängt wurden, bewegen sich die Menschen weniger als zuvor, insbesondere in Japan (38%), Südkorea (37%), Italien (33%), China (31%), Russland (30%) und Spanien (29%).

Frauen leiden häufiger an psychischen Störungen als Männer
Das hierzulande am zweithäufigsten genannte Gesundheitsproblem infolge der COVID-19-Pandemie sind Schlafstörungen. Etwa jeder siebte Bundesbürger (14%) klagt momentan über eine schlechte Schlafqualität. Frauen (15%) sind dabei laut eigener Aussage etwas häufiger von Einschlaf- und / oder Durschlafproblemen betroffen als Männer (12%). Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei anderen seelischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen. Fast jede zehnte Frau in Deutschland leidet wegen Corona unter Symptomen einer Depression (9%) oder Angstzuständen (8%). Bei den männlichen Befragten führen die Unsicherheiten der Coronakrise – nach eigenen Angaben – etwas seltener zu psychischen Problemen (7% bzw. 5%).

Global gesehen klagen die Deutschen allerdings vergleichsweise selten über Angstzustände aufgrund der COVID-19-Pandemie. In den 16 untersuchten Ländern gibt durchschnittlich sogar mehr als ein Viertel aller Befragten an, unter Ängsten im Zusammenhang mit der Coronakrise zu leiden. Besonders hoch ist der Anteil in Brasilien (41%), Mexiko (35%), Russland (32%), Südafrika (31%), Kanada (30%), Großbritannien und den USA (je 28%).

Ungesunde Verhaltensweisen nehmen zu – vor allem bei Männern
Der globale Lockdown während der Pandemie führt bei den Menschen aber nicht nur zu einem Anstieg psychischer Probleme, sondern darüber hinaus auch zu einer Zunahme ungesunder Verhaltensweisen. Jeder zehnte Deutsche (10%) gibt zu, seit dem Ausbruch des Coronavirus zu viel zu essen. Beinahe ebenso viele Befragte berichten über einen gesteigerten Tabak- (9%) und Alkoholkonsum (8%). Männer neigen dabei eher als Frauen dazu, wegen Corona vermehrt zu rauchen oder alkoholische Getränke zu sich zu nehmen.  

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Mehr als die Hälfte der Deutschen (53%) gibt jedoch an, dass die Coronakrise bislang keine Auswirkungen auf ihr seelisches oder leibliches Wohlbefinden hatte. In keinem anderen Land liegt dieser Anteil höher als in Deutschland, am niedrigsten ist dieser Wert in Brasilien und Mexiko (je 22%).

Methode:
Dies sind die Ergebnisse einer Ipsos-Umfrage, die vom 07. bis 10. Mai 2020 über die Online-Plattform ›Global Advisor‹ unter 16.000 Erwachsenen im Alter von 18 bis 74 Jahren in Kanada und den USA bzw. 16 bis 74 Jahren in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Mexiko, Russland, Spanien, Südafrika und Südkorea durchgeführt wurde.

Die Stichprobe besteht aus etwa 1.000 Personen in jedem Land. In Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Spanien, Südkorea und den USA können die Stichproben als repräsentativ für die allgemeine erwachsene Bevölkerung dieser Länder über 16 bzw. 18 Jahren (wie oben) und unter 75 Jahren betrachtet werden. Die Stichproben in Brasilien, China, Indien, Mexiko, Russland und Südafrika sind städtischer, gebildeter und/oder wohlhabender als die Allgemeinbevölkerung und sollte so betrachtet werden, dass sie die Ansichten der stärker "vernetzten" Bevölkerungsgruppe widerspiegelt.

Die Daten werden so gewichtet, dass die Stichprobenzusammensetzung jedes Marktes das demografische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den neuesten Volkszählungsdaten am besten widerspiegelt. Die Stichprobengrößen können in früheren Wellen variieren.

 

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