Großer Widerstand gegen Super League in ganz Europa

Wenige Tage nach der Ankündigung einer neuen europäischen Fußball-Liga, bestätigt eine Ipsos-Umfrage die Entscheidung vieler Vereine, dem umstrittenen Projekt Super League eine Absage zu erteilen. In weiten Teilen Europas wurden die Pläne mehrheitlich abgelehnt und auch unter der deutschen Bevölkerung wurde die Idee überwiegend kritisch gesehen. Für die Online-Erhebung befragte Ipsos am Dienstagabend 5.000 Personen aus fünf europäischen Ländern zu ihren Meinungen über die Super League.

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  • Rouven Freudenthal
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Kritik an Finanzierung und Turniermodus 
Dass die Gründungsvereine der Super League unabhängig von ihrer sportlichen Leistung zu Beginn jeder Saison nennenswerte Geldbeträge als Darlehen erhalten sollten, kam hierzulande besonders schlecht an. Zwei Drittel aller Bundesbürger (66%) hielten diese Idee für schlecht. 58 Prozent der Befragten kritisierten darüber hinaus, dass alle Gründungsmitglieder stets am Turnier teilnehmen dürfen sollten, unabhängig von ihrer Leistung in den lokalen Liga-Meisterschaften. Eine ähnlich große Mehrheit (56%) sprach sich zudem gegen die Idee aus, dass neben den dauerhaften Mitgliedern jedes Jahr lediglich fünf weitere Fußballvereine ausgewählt werden sollten, die ebenfalls am Wettbewerb teilnehmen dürfen. 

Briten besonders kritisch, größter Zuspruch in Spanien
Noch deutlich kritischer wurden die Pläne für eine exklusive Fußballliga von den britischen Befragten beurteilt. Sämtliche Ideen für die Umsetzung der Super League, nach denen bei der Online-Erhebung gefragt wurde, wurden von rund sieben von zehn Briten abgelehnt. Die größten Befürworter des Projekts fanden sich wiederum in Spanien. Fast die Hälfte aller Spanier (49%) unterstützte z. B. die Vereinbarung, dass die Gründungsvereine unabhängig von ihrer Leistung jede Saison einen großen finanziellen Zuschuss erhalten sollten. Eine knappe Mehrheit (54%) sprach sich zudem für die Idee aus, dass neben den festen Mitgliedern jährlich nur fünf weitere Clubs am Wettbewerb teilnehmen sollten.
 

SL


Zuspruch bei Fußball-Fans größer als bei nicht interessierten Personen
Bei einer Aufteilung nach fußballinteressierten und nicht fußballinteressierten Personen zeigte sich jedoch, dass passionierte Fußball-Fans eher dazu neigen, die angestoßenen Ideen für die Gründung der Super League zu befürworten, als nicht interessierte Befragte. Im internationalen Durchschnitt wurden alle ab-gefragten Merkmale der Liga dennoch von einer Mehrheit der Fans abgelehnt.

Fußball für Mehrheit der Europäer ein fester Lebensbestandteil 
Für die Mehrheit der Menschen in Europa ist Fußball ein fester Bestandteil ihres Lebens. Fast zwei Drittel (62%) sprechen oft mit ihrer Familie, Freunden oder Kollegen über dieses Thema, etwa ebenso viele (62%) schauen sich häufig Spiele im Fernsehen an. 68 Prozent geben an, grundsätzlich (sehr) interessiert an Profi-Fußballturnieren zu sein. Italiener (75%), Spanier (73%) und Briten (71%) bekunden am häufigsten Interesse, doch auch in Deutschland (65%) und Frankreich (54%) bezeichnet sich eine klare Mehrheit als fußballinteressiert.

Methode:
Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage in fünf Ländern, die von Ipsos auf der DIY-Marktforschungsplattform Ipsos.Digital (https://www.ipsos.digital/) durchgeführt wurde. Am 20. April 2021 zwischen 9:00 und 11:00 Uhr (MEZ) befragte Ipsos insgesamt 5.000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

Die Stichproben bestehen aus jeweils 1.000 Personen und können als national repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung unter 65 Jahren angesehen werden. Die Daten werden so gewichtet, dass die Stichprobenzusammen-setzung jedes Marktes das demografische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den neuesten Volkszählungsdaten am besten widerspiegelt. 

Wenn die Ergebnisse sich nicht auf 100 aufsummieren, liegt das an Rundungen durch die computer-basierte Zählung, erlaubte Mehrfachnennungen oder dem Ausschluss von „weiß nicht/keine Angabe“ Nennungen.
 

Autor(en)

  • Rouven Freudenthal

Gesellschaft