Steuerreform: Mehrheit befürwortet höhere Abgaben für Spitzenverdiener und große Vermögen
Breite Zustimmung für stärkere Besteuerung ganz oben
Die stärkere Besteuerung von Spitzenverdienenden und großen Vermögen zugunsten spürbarer Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen ist somit die am stärksten unterstützte Reformoption. Andere diskutierte Ideen für eine Steuerreform schnitten deutlich schlechter ab: 19 Prozent der wahlberechtigten Deutschen bevorzugen Steuersenkungen für alle, selbst wenn der Staat dafür Ausgaben kürzen muss. Etwa ebenso viele (17 %) plädieren vorrangig für eine Vereinfachung des Steuersystems, ohne die Gesamtbelastung stark zu verändern. Eine Senkung der Einkommensteuer bei gleichzeitiger Erhöhung der Mehrwertsteuer findet mit 2 Prozent kaum Zustimmung.
Je nach Parteipräferenz zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei den Anhänger:innen der Grünen und der Linken ist die Unterstützung für eine stärkere Belastung sehr hoher Einkommen und großer Vermögen mit 76 und 80 Prozent besonders hoch. Auch bei der SPD und CDU/CSU stimmen 60 und 50 Prozent diesem Ansatz zu. Die AfD-Anhängerschaft ist hingegen gespalten: 40 Prozent befürworten die Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen bei stärkerer Belastung sehr hoher Einkommen und großer Vermögen. Ebenso viele (40 %) wünschen sich Steuersenkungen für alle, verbunden mit Ausgabenkürzungen. Unter den Anhänger:innen der Union ist der Ansatz, das Steuersystem vorrangig zu vereinfachen, deutlich beliebter als bei den übrigen Befragten (26 % gegenüber 17 % insgesamt).

Prioritäten bei Mehreinnahmen: Entlastungen vor Infrastruktur und Bildung
Auf die Frage, wie mögliche zusätzliche Staatseinnahmen verwendet werden sollten, votiert eine knappe Mehrheit von 51 Prozent für Entlastungen niedriger und mittlerer Einkommen. Damit knüpft die bevorzugte Mittelverwendung an die präferierte Reformrichtung an. Ein Drittel (34 %) möchte die Mehreinnahmen vorrangig in die Sanierung der Infrastruktur lenken, etwa für Straßen, Brücken und den ÖPNV. Fast ebenso viele (32 %) sprechen sich für zusätzliche Investitionen in Bildung und Kitas aus. 18 Prozent der Deutschen priorisieren Ausgaben für Klimaschutz und die Energiewende, weitere 16 Prozent wollen die Mittel zum Schuldenabbau beziehungsweise zur Vermeidung neuer Schulden nutzen.
Bei der Frage nach der Verwendung der zusätzlichen Einnahmen zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede nach Parteipräferenz. Unter Anhänger:innen der Linken und der AfD ist die Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen mit einer Zustimmung von 60 und 58 Prozent besonders beliebt. Grünen-Wähler:innen befürworten am häufigsten Investitionen in Klimaschutz und Energiewende (50 %) und zeigen zugleich die höchste Zustimmung zu zusätzlichen Investitionen in Bildung und Kitas (43 %). Bei Unions- und SPD-Anhänger:innen erfährt die Sanierung der Infrastruktur besonders hohe Zustimmung (37 % bzw. 39 %).

Methode
Quotierte Online-Befragung von 1.000 Wahlberechtigten im Alter von 18 bis 75 Jahren in Deutschland, repräsentativ gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region und Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl. Die Befragung wurde vom 27. bis zum 29. März 2026 durchgeführt.