WWTW November: Die Sorgen der Österreicher

Die Inflation ist aktuell die größte Sorge der Österreicher:innen, Besorgnis über Klimawandel, militärische Konflikte und Corona zurückgegangen. Einwanderung steht in Österreich deutlich stärker im Fokus als in den Nachbarländern.

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Mit „What Worries the World“ zeigt Ipsos regelmäßig die größten Sorgen der Menschen auf, in Österreich und 29 weiteren Ländern rund um den Globus. Die neuesten Ergebnisse zeigen: Die Inflation ist und bleibt die größte Sorge der Menschen – in Österreich und auch weltweit. Neben der Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit vervollständigt das Thema Einwanderung das Top-3 Ranking der am häufigsten genannten Sorgen der Österreicher:innen.


Im Rahmen von „What Worries the World“ befragt Ipsos regelmäßig einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung in Österreich und weiteren 29 Ländern zu den drei drängendsten Sorgen, mit denen man sich aktuell im eigenen Land konfrontiert sieht. 44% der österreichischen Bevölkerung, ähnlich viele wie vor einem halben Jahr (46% im Mai 2022), zählen die hohe Inflationsrate zu den drei beunruhigendsten Themen, mit denen man sich im eigenen Land konfrontiert sieht. Auch auf globaler Ebene ist die Inflationsentwicklung das Sorgenthema Nummer 1. Die Ergebnisse der weltweiten, repräsentativen Befragungen zeigen einen seit 15 Monaten ununterbrochenen Anstieg der Besorgnis um die Inflation. Seit April 2022 liegt die Inflation an der globalen Spitze des Rankings und verdrängte dort die Verunsicherung bezüglich Armut und sozialer Ungleichheit. Neben Österreich steht die Inflation aktuell auch noch in 13 weiteren der untersuchten Länder auf Platz 1 des Sorgenrankings.


Einwanderung vor allem in Österreich ein Thema
Seit der letzten Erhebung im Mai hat in Österreich vor allem das Thema Einwanderung als Sorge deutlich an Bedeutung gewonnen. Im November bezeichnete mehr als ein Drittel (34%) der Befragten die Einwanderung als eine ihrer drei persönlichen Top-Sorgen für das Land. Die Verdoppelung des Anteils der Besorgten seit Mai ist gleichbedeutend mit einem Sprung von Platz 5 auf 2 des Rankings. Im internationalen Vergleich ist diese Entwicklung bemerkenswert: In keinem anderen europäischen Land ist dieses Thema in der Bevölkerung als Sorge so präsent, wie hierzulande. Ähnlich hohe Anteile werden nur in den Niederlanden (25%) und Deutschland (24%) beobachtet, unter den 3 meistgenannten Sorgen findet sich das Thema dort jedoch nicht. Die Top-3 in Österreich werden von der Sorge um Armut und soziale Ungleichheit (30%) komplettiert.


Angst vor militärischen Konflikten, Klimawandel und Corona schwindet
Andere Sorgen der Österreicher:innen werden hingegen zunehmend in den Hintergrund gedrängt: Das zuletzt auf Grund der 27. Weltklimakonferenz und der begleitenden Protestaktionen sehr präsente Thema Klimawandel zählt aktuell nicht zu den Top-Sorgen der Österreicher:innen. Während sich im Mai noch 30% darüber besorgt zeigten (Platz 3) sind es aktuell nur noch 22 %, die dem Klimawandel zu den drei drängendsten Themen für unser Land zählen (Platz 5). Rückläufig ist auch die Furcht vor militärischen Konflikten zwischen Nationen. Im Vergleich zur ersten Erhebung dieser Sorge im Mai 2022 (15%) ist der Anteil der darüber besorgten Bevölkerung auf 12% zurückgegangen. Das Coronavirus, welches vor einem Jahr das Sorgen-Ranking noch mit großem Abstand anführte (48% im Dezember 2021), verunsichert aktuell nur noch eine kleine Minderheit (6%, Platz 16) im Land.

Sorgen AT November2022


Düstere Einschätzung der wirtschaftlichen Land
Über die persönlichen Sorgen der Menschen hinaus beschäftigt sich What Worries the World auch mit der subjektiven Einschätzung der Bevölkerung zur wirtschaftlichen Lage im eigenen Land. Diese wird aktuell nur noch von jedem Dritten als „Sehr gut“ oder „Gut“ eingeschätzt. Im Mai dieses Jahres fiel diese Einschätzung – auch damals bereits unter dem Eindruck steigender Inflationsraten – mit 47% noch deutlich optimistischer aus. Der Anteil der Pessimisten, die die Wirtschaftslage in Österreich als „Sehr schlecht“ einstufen hat sich im selben Zeitraum von 8% auf 16% verdoppelt.


Zufriedenheit mit der Entwicklung des Landes sinkt
Über die persönliche Bewertung der Entwicklung des Landes befragt, gaben 29% der Österreicher:innen an, dass sich die Dinge in unserem Land in die richtige Richtung entwickeln, 71% jedoch fanden, dass sich Österreich ganz allgemein auf einem falschen Weg befindet. Dieser auf den ersten Blick hohe Anteil Unzufriedener relativiert sich jedoch bei einem Blick auf die internationalen Ergebnisse von What Worries the World: Auch im globalen Schnitt stimmten nur 34% aller Befragten zu, dass die Entwicklungsrichtung des eigenen Landes stimmt. Nur in 5 der 29 Länder überwiegt die allgemeine Zustimmung (Saudi-Arabien, Indien, Indonesien, Thailand und Australien). Unter den europäischen Ländern in der Studie sticht nur Deutschlands Bevölkerung positiv hervor: Immerhin 48% sind mit der aktuellen Entwicklung des Landes zufrieden. Die größte Unzufriedenheit in Europa äußerten die Befragten in Ungarn (85%), Großbritannien (84%) und Polen (80%).

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