Konsumenten erwarten nachhaltige Verpackungen

Eine deutliche Mehrheit der Konsumenten erwartet von den Herstellern Produkte, bei denen so wenig Verpackungsmüll wie möglich entsteht. In Deutschland geben sogar mehr als drei von vier Verbrauchern (77%) an, dass sie Produkte kaufen möchten, für die möglichst wenig Verpackungsmaterial verwendet wird. Auch global gesehen ist der Bedarf an umwelt- und ressourcenschonenden Verpackungen ähnlich groß (75%), so das Ergebnis einer aktuellen Ipsos-Studie in 28 Ländern.

Nachhaltigkeit hat positiven Einfluss auf Markenwahrnehmung
Die Studienergebnisse legen außerdem nahe, dass sich nachhaltiges Verhalten für Unternehmen langfristig auszahlen könnte. Weltweit geben nämlich drei Viertel der Befragten (75%) an, dass sie Unternehmen bevorzugen, die auf die Nachhaltigkeit ihrer Produkte achten und gezielte Änderungen vornehmen, um bessere Umweltergebnisse zu erzielen. In Deutschland liegt dieser Wert ähnlich hoch (76%).

Verbraucher fordern mehr Herstellerverantwortung
Die meisten Konsumenten finden zudem, dass Hersteller beim Thema Nachhaltigkeit stärker zur Verantwortung gezogen werden sollten. Sowohl in der Bundesrepublik (78%) als auch weltweit (80%) vertreten rund acht von zehn Befragten die Ansicht, dass Unternehmen zur Hilfe beim Recycling und bei der Wiederverwendung von Verpackungen, die sie produzieren, verpflichtet werden sollten. Besonders groß ist die Zustimmung in Serbien (93%), Russland (88%) und Peru (88%), doch auch in allen anderen untersuchten Ländern vertritt eine klare Mehrheit der Bevölkerung diese Einstellung.

Große Mehrheit für Einwegplastik-Verbot
Eine breite Mehrheit der Deutschen (71%) befürwortet auch das vom EU-Parlament beschlossene und ab 2021 inkrafttretende Verkaufsverbot von Wegwerfprodukten aus Plastik. Doch auch in anderen Teilen der Erde wird der Ruf nach Sofortmaßnahmen gegen Plastikmüll immer lauter – insbesondere in Serbien (87%), Südkorea (79%) und Chile (79%). In den USA (57%), Saudi-Arabien (57%) und Japan (38%) fordern dagegen vergleichsweise wenige Menschen ein Verbot von Einweg-Kunststoffartikeln.

Recycling-Vorbild Deutschland
Am deutschen Recyclingsystem wird im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern relativ wenig Kritik geäußert. Fast zwei von drei Bundesbürgern sind der Überzeugung, dass das hiesige Recyclingangebot für Haushaltsmüll in der Gegend, in der man lebt, gut ist – nur jeder fünfte Deutsche (21%) ist da anderer Meinung. Am positivsten bewerten Kanadier und Schweden (je 70%) das Recyclingangebot im eigenen Land, die größten Defizite in diesem Bereich werden in Russland (24%) und Serbien (22%) beklagt.

Noch besser schneidet Deutschland in Bezug auf die Eindeutigkeit der geltenden Recyclingvorschriften ab. Sieben von zehn Deutschen (70%) finden, dass die festgelegten Regeln bei der Abfallentsorgung eindeutig sind – damit belegt Deutschland im internationalen Ranking hinter Belgien (72%) Platz 2 von insgesamt 28 untersuchten Nationen. Erneut schneiden Serbien (22%) und Russland (21%) besonders schlecht ab – in beiden Ländern ist sich nur knapp jeder fünfte Bürger über die geltenden Recyclingvorschriften im Klaren.

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Methode:
Die Ergebnisse stammen aus der Ipsos Global Advisor-Studie »A Throwaway World. The Challenge of Plastic Packaging and Waste« und wurden vom 26. Juli bis zum 09. August 2019 erhoben. Bei der Online-Umfrage wurden 19.515 Personen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren aus 28 Ländern interviewt. Zu diesen Ländern gehören Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, die Niederlande, Peru, Polen, Rumänien, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Serbien, Spanien, Südafrika, Südkorea, die Türkei, Ungarn und die USA.

In Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Spanien und den USA wurden jeweils etwa 1000 Personen befragt. In allen anderen Ländern umfasste die Stichprobe etwa 500+ Personen.

Es wurde eine Gewichtung der Daten vorgenommen, um die demografischen Merkmale auszugleichen und damit sicherzustellen, dass die Stichprobe die aktuellen offiziellen Strukturdaten der erwachsenen Bevölkerung eines jeden Landes widerspiegelt. In 16 der 28 untersuchten Nationen ist die Internetdichte groß genug, um die Stichproben als repräsentativ für die nationale Bevölkerung anzusehen – darunter auch Deutschland.

Brasilien, Chile, China, Indien, Malaysia, Mexiko, Peru, Russland, Saudi-Arabien, Serbien, Südafrika und die Türkei haben eine niedrigere Internetdichte. Diese Stichproben sollten daher nicht als bevölkerungsrepräsentativ angesehen werden, sondern repräsentieren stattdessen den wohlhabenderen Teil der Bevölkerung, die aufstrebende Mittelklasse. Diese stellt allerdings eine wesentliche soziale Gruppe dar, wenn es darum geht, diese Länder verstehen zu lernen.

Wenn die Ergebnisse sich nicht auf 100 aufsummieren, liegt das an Rundungen durch die computerbasierte Zählung, erlaubte Mehrfachnennungen oder dem Ausschluss von „weiß nicht/keine Angabe“ Nennungen.

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